US-Militär nach ersten Erfolgen zuversichtlich
Falludscha nach Gefechtspause wieder unter Beschuss

Nach einer nächtlichen Gefechtspause hat die US-Armee am Mittwochmorgen ihre Offensive gegen die irakische Rebellen-Hochburg Falludscha fortgesetzt.

HB WASHINGTON/BAGDAD/FALLUDSCHA. Ein Marineninfanterist berichtete von einem heftigen Widerstand der Rebellen, die offenbar nicht bereit seien aufzugeben. Mindestens fünf Artilleriegeschosse seien in der Stadt westlich von Bagdad eingeschlagen, sagte ein Reuters-Korrespondent, der sich im Nordwesten Falludschas aufhielt. Dort lieferten sich US-Marineinfanteristen heftige Gefechte mit irakischen Aufständischen. Es war schweres Maschinengewehrfeuer zu hören.

Die USA sind entschlossen, ihre gemeinsame Offensive mit irakischen Truppen gegen die Aufständischen-Hochburg Falludscha erfolgreich abzuschließen. Nach den Worten von Präsident George W. Bush werden die Kämpfe in Falludscha so lange andauern, bis Terroristen und Feinde eines freien Irak vertrieben sind. Bush äußerte sich am Dienstag bei einem Besuch im Walter-Reed-Militärkrankenhaus von Washington, wo vor allem verwundete US-Soldaten liegen.

Nach Einschätzung des Kommandeurs des multinationalen Korps, Thomas Metz, kommen die amerikanischen und irakischen Truppen bei ihrer Offensive in der Rebellenhochburg schneller voran als erwartet. Dem Gegner seien „erhebliche Verluste“ zugefügt worden, sagte Metz in einer Videopressekonferenz in Bagdad. Die Zahl der Opfer auf amerikanischer und irakischer Seite bezifferte er auf ein Dutzend, lehnte aber weitere Angaben ab.

Metz sprach von heftigem, aber „planlosen“ Widerstand. Die US- Armee gehe weiterhin von 2000 bis 3000 Aufständischen aus, die sich in der Stadt verschanzt haben. In den bereits kontrollierten Stadtteilen sei nur ein Viertel bis zur Hälfte der Zivilbevölkerung geblieben. Nach den Worten des Generals gingen die US-Streitkräfte mit großem Tempo vor. Nichts habe die Truppen bisher überrascht. „Der Kampf ist aber noch längst nicht vorbei“, fügte Metz hinzu. Der General sagte voraus, dass vor den Streitkräften noch einige Tage intensiven Straßenkampfes lägen.

Am zweiten Tag ihrer Offensive hatten sich US-Truppen mit massiver Unterstützung der Luftwaffe ins Zentrum der Rebellenhochburg vorgekämpft. Bei der „Operation Morgendämmerung“ kamen nach Angaben des Pentagon vom Nachmittag bislang sechs US-Soldaten ums Leben. Die Zahl der getöteten Aufständischen schätzte Oberstleutnant Pete Newell von der 1. Infanteriedivision auf 85 bis 90.

Ein Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi sagte am Dienstag auf einem Militärstützpunkt bei Falludscha, der Übergangspremier habe Gespräche mit Stammesvertretern aus der Al- Anbar-Provinz geführt, zu der auch Falludscha gehört. Der in der Provinz sehr einflussreiche Stamm der Al-Duleimi werde wahrscheinlich schon bald seine Unterstützung für die Regierung bekannt geben, fügte er hinzu.

dpa ch/da/abc xxzz sp

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