US-Militärteam nimmt in Monrovia Arbeit auf
Bush ist unentschieden über US-Einsatz in Liberia

Die USA haben nach den Worten von US-Präsident George W. Bush noch nicht über eine Entsendung von US-Friedenstruppen nach Liberia entschieden, wo bei Kämpfen in der Hauptstadt Monrovia in den vergangenen Wochen hunderte von Menschen getötet wurden.

Reuters DAKAR. Gemeinsam mit den Vereinten Nationen (Uno) und der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) wolle er sich aber dafür einsetzen, dass der Waffenstillstand in Liberia halte, sagte Bush am Dienstag auf der ersten Station seiner Afrika-Reise in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Unterdessen nahm das US-Militärteam in Monrovia seine Arbeit auf.

Die 32-Mann-starke Gruppe, die am Montag nach Liberia gereist war, soll vor Ort ein stärkeres US-Engagement in dem westafrikanischen Land erkunden. Zwar ist früheren Angaben aus US-Kreisen zufolge unklar, wie lange der Einsatz dauern wird, eine Entscheidung über eine Entsendung von US-Truppen soll demnach aber rasch nach dem Ende der Erkundung fallen. Bush bekräftigte die Forderung der USA, wonach Liberias Staatschef Charles Taylor als ersten Schritt zu einem Frieden das vom Bürgerkrieg erschütterte Land verlassen müsse. Taylor hatte am Wochenende ein Asylangebot Nigerias grundsätzlich angenommen, aber eine geordnete Machtübergabe als Voraussetzung genannt.

„Wir befinden uns in der Phase, in der wir bestimmen, was notwendig ist, um den Waffenstillstand zu erhalten und eine friedliche Machtübergabe zu ermöglichen“, sagte Bush. Am Morgen war der US-Präsident zusammen mit seiner Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und US-Außenminister Colin Powell in Dakar gelandet und vom senegalesischen Präsidenten Abdoulaye Wade empfangen worden. Bush flog am Nachmittag weiter nach Südafrika, der zweiten Station seiner fünftägigen Afrika-Reise.

Neben Senegal und Südafrika wird Bush zudem Botswana, Uganda und Nigeria besuchen. Der US-Präsident wird bei seiner Reise ein auf fünf Jahre angelegtes Programm zur Bekämpfung der in Afrika stark verbreiteten Immunschwächekrankheit Aids vorstellen, das mit 15 Mrd. Dollar ausgestattet ist. Weitere Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas und Sicherheitsfragen. Liberia, in dem seit 14 Jahren Bürgerkrieg herrscht, wird Bush nicht besuchen.

Erkundungsteam in Monrovia stößt auf Widerstand

In Liberias Hauptstadt Monrovia bereiteten die Menschen dem US-Erkundungsteam einen herzlichen Empfang. Zahlreiche Menschen säumten die Straßen und riefen „Wir wollen Bush“. Viele Liberianer wünschen sich eine US-Friedenstruppe herbei, da sie glauben, dass nur diese sich gegen gewalttätige Kämpfer durchsetzen und dem Land Frieden bringen kann. „Wir wollen, dass die Amerikaner kommen. Wenn sie ankommen, ist das etwas Gutes für das Land“, sagte ein Student.

Einige afrikanische Länder haben sich bereit erklärt, 3000 Soldaten für eine Friedenstruppe zur Verfügung zu stellen, verlangen aber von den USA diese Zahl auf 5000 aufzustocken. Allerdings stieß das US-Team Augenzeugen zufolge nach Beginn seiner Arbeit auf Widerstand von Anhänger Präsident Taylors, die die Gruppe daran hinderten, zu einem Flüchtlingslager zu fahren.

Ein Vertreter der US-Botschaft sagte, es gebe bislang keine Erklärung für den Zwischenfall. Das Team sei rund drei Kilometer vor der Abzweigung zu dem Flüchtlingslager zum Umkehren gebracht worden. Die Militärs, zu denen Experten für Wasseraufbereitung, Präventiv-Medizin, Bau und Logistik gehören, wollten ihre Arbeit mit dem Besuch von Lagern mit zehntausenden vom Bürgerkrieg vertriebenen Flüchtlingen beginnen.

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