US-Mittelstand
Obama will Niedrigsteuern zum Wahlkampfschlager machen

Mitten im Wahlkampf bringt US-Präsident Obama die Niedrigsteuern für den Mittelstand wieder ins Gespräch. Doch seine Gegner dürften ihr „Ok“ an eine umstrittene Bedingung knüpfen: Steuererleichterungen auch für Reiche.
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WashingtonUS-Präsident Barack Obama will die Steuererleichterungen für den Mittelstand vorerst beibehalten. Obama warb am Montag dafür, die noch unter seinem Vorgänger George W. Bush eingeführten Vergünstigungen für Jahreseinkommen bis zu 250.000 Dollar (rund 200.000 Euro) um zwölf Monate zu verlängern.

Der Vorschlag des Präsidenten dürfte bei den Republikanern, die das Repräsentantenhaus kontrollieren, kaum auf Gegenliebe stoßen. Sie fordern die Wiedereinführung von Steuervergünstigungen für alle US-Bürger einschließlich der Reichen.

Doch US-Präsident Obama hat bei seiner Rede im US-Kongress klar gemacht, dass er darüber nicht mit sich diskutieren lässt. Von den steigenden Steuern für Reiche erhofft sich das Weiße Haus Mehrreinnahmen von einer Billion Dollar.

Die Republikaner argumentieren, höhere Steuern für Wohlhabende würden Kleinunternehmen beeinträchtigen, die Arbeitsplätze schafften. Obama hielt dem entgegen, 97 Prozent aller Kleinunternehmer fielen unter die 250.000-Dollar-Einkommensgrenze. Es gehe also nicht darum, jene zu besteuern, die Jobs schaffen, sondern darum, genau die zu unterstützen.

„Wir dürfen nicht den Großteil der Amerikanerinnen und Amerikaner und unsere Wirtschaft als Geisel halten, während wir die Vorteile einer weiteren Steuererleichterung für Reiche diskutieren“, sagte Obama im Weißen Haus.

Mit seiner Rede wärmt US-Präsident Obama eine Diskussion von 2010 erneut auf. Damals hatte er auf Druck seiner politischen Gegner im US-Kongress einer Verlängerung der Steuererleichterungen für alle Steuerzahler zugestimmt.

Nur vier Monate vor der Präsidentschaftswahl will Obama das Thema offenbar großzügig ausschlachten. Die ganze Woche sind Reden geplant, in allen umkämpften Staaten, schreibt das „Wall Street Journal“. Die erste findet am Dienstag in Iowa statt. Die Demokraten planen für nächsten Monat eine Abstimmung über die Verlängerung im Kongress.

Obamas republikanischer Gegner in der Präsidentschaftswahl, Mitt Romney, ließ eine Sprecherin ausrichten, dass Obamas Pläne der Wirtschaft schaden. „Präsident Obamas Die Reaktion auf immer neue schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft ist eine massive Steuererhöhung.“ Dies zeige einmal mehr, dass der Präsident „keine Ahnung“ habe, wie man dem Mittelstand in der Krise helfen könne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

Kommentare zu " US-Mittelstand: Obama will Niedrigsteuern zum Wahlkampfschlager machen"

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  • Ziehen wir doch einmal den Vergleich zu europäischen Ländern wie
    1. Griechenland/Italien
    2. Norwegen/Schweden

    Im ersten Fall wurden reiche Bürger massiv von der Steuer verschont, in der Annahme, dass diese ihr Geld dann in die Wrtschaft stecken. Alle Länder, die dies praktiziert haben sind heute nahezu pleite.
    Im zweiten Fall, Norwegen zum Beispiel, besteuern die Länder die reichen mit einem hohen prozentsatz, entsprechend des hohen Einkommens. Und siehe da, den Ländern geht es besser als jedem anderen Staat in Europa.

    Lässt sich also schlussfolgern, das Romney die USA in den Ruin treibt während Obama dabei sit, eine solide Wirtschaft auf die Beine zu stellen!

    Ich glaube, es ist deutlich zu erkennen, wen ich wählen würde.

  • Sie haben absolut keine Ahnung vom amerikanischen Leben. GriechischeGrippe und paulalbert hat leider so recht. Ich kann nur hoffen das Sie entweder nie Sozialhilfe/Hartz4 benötigen und falls doch es Ihnen verweigert wird.

  • "Bis zu 250.000 Dollar (rund 200.000 Euro) um zwölf Monate zu verlängern."

    Man sollte diesen Niedrigsteinkommensbeziehern auch noch mit Sozialhilfe helfen. Wer kann schon mit nur 16.666 Euro im Monat ueberleben?

    Obama druck und druck und druckt und baut endlos weiter Schulden auf und gibt grosszuegige Steuergeschenke, um wiedergewaehlt zu werden. Fuer mich ist dieser Mensch einfach untragbar.

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