US-Notenbank
Bondkaufredkution kommt für Europa ungelegen

Für die USA genau richtig – für Europa ein Problem: So schätzt UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber die angekündigte Taktik der US-Notenbank ein. Womöglich wird der Kurswechsel Europa zu mehr Entschlossenheit zwingen.
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WyomingDie von der US-Notenbank geplante Reduzierung der Anleihekäufe wird nach Einschätzung von Axel Weber, Verwaltungsratschef der UBS AG und ehemaliges EZB- Ratsmitglied, negative Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben. „Die Fed tut für die Vereinigten Staaten das Richtige”, sagte Weber, der bis 2011 Präsident der Bundesbank war, am 12. Juli in einem Interview von Bloomberg TV auf dem Rocky Mountain Wirtschaftsgipfel im US-Bundesstaat Wyoming. „Das ist ihr Mandat.” Aber es sei unumstritten, dass es durch Transaktionen und Arbitrage zu Austrahlungseffekten auf andere Gebiete kommen könne, erklärte Weber. „Das kommt für Europa zu einem ungünstigen Zeitpunkt.”

Die US-Notenbank wird unter Umständen noch in diesem Jahr damit anfangen, das Volumen ihrer Bondkäufe zu reduzieren, hatte Fed-Chairman Ben S. Bernanke am 19. Juni gesagt und einen möglichen Abschluss des Kaufprogramms für Mitte 2014 in Aussicht gestellt. EZB-Präsident Mario Draghi sicherte am 4. Juli hingegen zu, die Leitzinsen im Euroraum für einen längeren Zeitraum niedrig zu belassen und die akkommodierende Geldpolitik so lange wie nötig fortzusetzen.

„Die Normalisierung der Geldpolitik in den USA, die bevorsteht und auf der Agenda der Fed steht, wird Europa ganz klar beeinflussen”, erklärte Weber. „Es gibt eine starke Korrelation zwischen der Rendite zehnjähriger Treasuries und den Renditen der europäischen Staatsanleihen in demselben Laufzeitbereich.”

Der Kurswechsel bei der Federal Reserve könnte nach Auffassung von Weber die Entscheidungsträger in Europa dazu zwingen entschlossener zu handeln. „Wenn es durch die Schritte in den USA de facto eine Straffung gibt, müssen die Politikverantwortlichen weitere Reformen durchführen und noch härter daran arbeiten, wieder Dynamik zu erzeugen, als wenn die Geldpolitik in den USA unverändert bleiben würde”, sagte der UBS-Verwaltungsratspräsident. Dies liegt Weber zufolge in der Hand der Regierungen, und nicht der EZB. „Die Geldpolitik hat die Grenze ihrer Möglichkeiten erreicht”, sagte er, denn mit Leitzinsen nahe Null hätte eine weitere Zinssenkung durch die EZB nur „marginale” Auswirkungen. „Die Haushaltspolitik ist wahrscheinlich auch an ihre Grenze gestoßen, und darum denke ich, dass Europa nun wirklich jene Wachstumsagenden umsetzen muss.”

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • ich bin immer noch am grübeln, was eine "redkution" sein mag....

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