US-Notenbank Fed
Alle gegen Ben

Im Fall eines Wahlsieges will Mitt Romney Fed-Chef Ben Bernanke absetzen. Der gescholtene Notenbanker ist bei den Republikanern in Ungnade gefallen. Auf dem Parteitag soll es der Fed nun an den Kragen gehen.
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New YorkBen Bernanke dürfte den Wahlkampf der US-Republikaner des Jahres 2012 in keiner guten Erinnerung behalten. Erst musste sich der Chef der Notenbank Federal Reserve (Fed) im Vorwahlkampf vom Kandidaten Rick Perry als „Verräter“ beschimpfen und Prügel androhen lassen. Dann durfte sich Bernanke bei den unzähligen TV-Debatten anhören, wie der einflussreiche Abgeordnete Ron Paul vor großem Publikum die Abschaffung der Fed forderte.

Vergleichsweise moderat im Ton, aber hart in der Sache, war nun das, was Präsidentschaftskandidat Mitt Romney am Donnerstag im landesweiten Fernsehen über Bernanke zu sagen hatte: Er kündigte an, den Notenbanker im Falle eines Wahlsieges nicht mehr für eine dritte Amtszeit zu nominieren.

Lieber würde er auf dem Posten jemanden sehen, der „meine ökonomischen Ansichten teilt“ und die „Bedürfnisse unserer Nation wohlmeinend“ betrachte, sagte Romney dem TV-Sender Fox Business. Ein Fed-Chef nach seinem Geschmack müsse für eine „monetäre Stabilität“ stehen, die einen „starken Dollar“ zur Folge habe. Sie müsse das „Vertrauen“ sichern, damit Amerika nicht wie andere Staaten in eine Krise schlittert.

Die plötzlich ausgebrochene Personaldebatte stieß schnell auf Kritik. „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann der Posten des Chef des Federal Reserve jemals ein Wahlkampfthema gewesen ist“, sagte der Fondsmanager Jerry Webman der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Und es macht mich höchst besorgt, dass es nun der Fall ist“. Eine funktionierende, moderne Wirtschaft brauche nun einmal eine starke und unabhängige Notenbank.

Bernankes zweite Amtszeit endet im Januar 2014. Laut Gesetz wird der Fed-Chef vom US-Präsidenten vorgeschlagen, der Senat muss dann zustimmen. Wer nun Bernanke in zwei Jahren nachfolgen könnte, dazu wollte sich Romney in dem Interview nicht äußern. „Wenn die Zeit gekommen ist, einen neuen Fed-Direktor zu bestimmen, werde ich die Lage analysieren“, sagte der Kandidat.

Auf Nachfrage allerdings lobte er seine „exzellenten“ Wirtschaftsberater, die Ökonomen Greg Mankiw aus Harvard und Glenn Hubbard, den Dekan der Columbia Business School. Ironischerweise hatte sich ausgerechnet Hubbard kurz vor Romneys Interview für eine dritte Amtszeit seines alten Bekannten Bernanke ausgesprochen. „Er wird andauernd herumgeschubst und bekommt nichts dafür“, sagte Hubbard der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich wünschte, die Politiker würden damit aufhören”.

Kommentare zu " US-Notenbank Fed: Alle gegen Ben"

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  • ..was heißt hier "Alle!"???

    Ich bin nicht gegen ihn...

  • Foren sind für den Leser nur interessant, wenn qualifizierte Beiträge gebracht werden. Tatsächlich fühlen sich aber eine Menge Weltverbesserer, Verschwörungstheoretiker und einfach Besserwisser berufen, ihre Meinung kund zu tun. Das hat wenig mit Demokratie zu tun.

  • Volker - die FED ist die heimtückischte Gruppe von allen
    Paul Volker wurde von Luke Rudkowski von "We Are Change" New York zu seiner Teilnahme bei Bilderberg gefragt. Er sagte, er wäre schon lange nicht mehr zu Bilderberg eingeladen worden. Nach dem Luke nachhakt und ihn mit seiner Mitgliedschaft bei den Gruppen Council on Foreign Relations und der Trilateralen Kommission konfrontiert, welche seiner Meinung nach die Finanzkrise zu verantworten haben, antwortet Volker: "Ich bin ein Mitglied der Federal Reserve, welche die heimtückischste ist!"


    Paul Adolph Volcker war von August 1979 bis August 1987 Vorsitzender (Chairman) des Federal Reserve System der Vereinigten Staaten von Amerika, nachdem er von 1975 an bereits der Federal Reserve Bank of New York vorgestanden hatte. Er war Vorsitzender des Anfang 2009 gegründeten President's Economic Recovery Advisory Board des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Auf den 6. Februar 2011 legte Volcker sein Amt nieder. Volcker ist Direktor des American Council on Germany, langjähriges Mitglied und ehemaliger Direktor des Council on Foreign Relations und der Trilateralen Kommission.

    Für mich handelt es sich bei der American Council on Germany oder der Amerikanische Rat für Deutschland mit seiner deutschen Schwester- organisation, der Atlantik-Brücke e.V., um die Schattenregierung die Deutschland kontrolliert. Siehe den Wikipedia-Eintrag für alle Details wer dahinter steckt und was die Ziele sind.

    Interessant ist, Volker gibt zu, die FED ist die heimtückischste Gruppe von allen. Er muss es ja wissen, da er acht Jahre den Vorsitz führte. Damit bestätigt er was wir schon lange sagen, die im Privatbesitz befindliche Zentralbank der USA, welche den Dollar herausgibt und die globale Finanzpolitik bestimmt, ist das größte Übel der Welt

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