US-Notenbank
Heikle Zeiten für die Fed

Die US-Notenbank Fed ringt nicht nur um den richtigen Weg aus der Krise, sondern auch und ihre Unabhängigkeit.

NEW YORK. Die US-Notenbank Fed steht vor einem Balanceakt. Wenn sie heute das Ergebnis ihrer geldpolitischen Beratungen verkündet, muss sie den richtigen Ton treffen, um den Markt und die verschiedenen, derzeit sehr kritisch eingestellten politischen Fraktionen nicht in Aufruhr zu versetzen. "Es ist kein einfaches Unterfangen, und wir diskutieren jeden Tag darüber, ob sie es schafft", sagte Bill Gross, Fondsmanager und Chef der Fondsgesellschaft Pimco.

Fed-Chef Ben Bernanke wandelt auf einem schmalen Grat zwischen dem Bekenntnis zum Rückbau der tendenziell inflationstreibenden, insgesamt billionenschweren Kriseninterventionsprogramme und der Aufgabe, der angeschlagenen Wirtschaft nicht zu früh die Versorgung mit billigem Geld zu entziehen. Dabei muss er gleichzeitig im Auge haben, wie der aufgebrachte Kongress, der am Freitag erstmals das Fed-Kontrollgesetz des Notenbankgegners Ron Paul berät, auf die Geldpolitik reagiert.

Um die Finanzkrise und die Rezession zu entschärfen hatte die Fed nicht nur den Leitzins auf ein Band zwischen null und 0,25 Prozent gesenkt. Gleichzeitig pumpte sie gemeinsam mit dem Finanzministerium über verschiedene Beleihungs-, Ankauf- und Garantieprogramme Billionen faktisch frisch gedruckter Dollar in den Markt.

Experten erwarten, dass die Fed heute eine im Tonfall optimistischere Einschätzung des Konjunkturlage veröffentlicht als nach der letzten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses FOMC Mitte August. Schließlich prophezeien Volkswirte für das zweite Quartal dank der Konjunkturprogramm eine Rückkehr zu Wachstum und damit formal ein Ende der seit Dezember 2008 andauernden Rezession. Da Notenbanker aber zuletzt darauf hingewiesen haben, dass sie eine schwache Erholung erwarten, rechnet niemand mit einer Zinserhöhung. "Aber die Fed muss irgendein Signal setzen, dass sie in den nächsten zwölf bis 24 Monaten dazu bereit ist", sagte Gross mit Blick auf die Inflationsangst vieler Marktteilnehmer. Viele befürchten, dass die aktuell negative Inflation anfangen könnte zu galoppieren, wenn die Wirtschaft in Schwung kommt.

Seite 1:

Heikle Zeiten für die Fed

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%