US-Pop-Stars engagieren sich im Wahlkampf
Die prominente Front der Bush-Basher

US-Musiker setzten sich zwar vehement für John Kerry ein – sicher ist Bushs Abwahl damit aber nicht.

Der Song schien wie geschaffen für einen Wahlkampf. Er war bekannt und beliebt und er trug den markigen Namen „Born in the USA“. Das gefiel den Politikern. Auf beiden Seiten. Bei ihrem Rennen um das Weiße Haus buhlten sowohl Ronald Reagan als auch sein Rivale Walter Mondale um Bruce Springsteens Gunst – doch der lehnte ab. „Ich will versuchen, meine eigene Perspektive zu behalten“, sagte der Songschreiber. Politisch hielt er sich zurück. Das war 1984.

20 Jahre später klingt das anders. „Die derzeitige Regierung hat das Land in einen Krieg geführt und jegliches Vertrauen der Bürger verspielt“, sagt Springsteen. „Deswegen wollen wir sie absetzen.“

Und deswegen tourte er im Oktober mit den Bands R.E.M., Dixie Chicks, Pearl Jam sowie den Musikern Neil Young, Bonnie Raitt und Jackson Browne durch die USA. Gemeinsam verkündeten sie ihre Botschaft: „Kerry for President!“

Sie stehen nicht alleine da mit ihrer Wut auf den amtierenden Präsidenten. Die Musiker-Front der „Bush-Basher“ ist prominent besetzt. Die Beastie Boys rappen gegen Bush an, P. Diddy ebenfalls. Moby brachte den Song „Make Love fuck War“ raus, Faithless „Mass Destruction“, Sting „This War“. Im Frühjahr erschien der Sampler „Rock against Bush“, dessen Beiheft 40 Gründe auflistet, George W. zu hassen. Green Day nannten ihr Album „American Idiot“, Bad Religion veröffentlichten „The Empire strikes first“.

Und Russel Simmons, der einflussreiche Gründer des HipHop-Labels Def Jam, versucht, schwarze Erstwähler an die Wahlurne zu bewegen. Denn darum geht es: 21 Millionen junge Amerikaner ließen sich bei der Präsidentschaftswahl 2000 gar nicht erst registrieren. Jetzt sollen sie das Zünglein an der Waage spielen, jetzt sollen sie für den Wechsel sorgen. Mit den Zugpferden Eminem und der Band D12 zog Russel Simmons durchs Land und rief den Fans selbstbewusste Sätze wie „Wählen ist cool“ oder „Wir bestimmen, wer Präsident wird“ zu.

Der tatsächliche Einfluss der Musiker ist jedoch ungewiss. Angesprochen fühlen sollen sich bislang unpolitische Popfans und Erstwähler, denen Stars mehr bedeuten als Politiker. Wie viele junge Amerikaner sich mit ihrer Stimme in den Wahlkampf einmischen, lässt sich wohl erst in den Analysen nach dem 2. November feststellen. Bis dahin aber versucht es John Kerry, den Star-Bonus für sich zu nutzen. Weil das Gros der Musiker traditionell demokratisch eingestellt ist, traf er sich schon mehrmals mit Russel Simmons. Und auch auf MTV stellte er sich bereits den Fragen der Moderatoren. George W. Bush war auch eingeladen, so der Sender. Bislang fand er nur „leider keine Zeit“, teilten Bushs Manager mit.

Quelle: News Frankfurt

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