US-Präsident besucht Kenia
Obamas Rückkehr zu seinen Wurzeln

Premiere: US-Präsident Obama reist im Juli erstmals in seiner Amtszeit in die Heimat seines Vaters. Dabei wird er voraussichtlich kritische Töne anklingen lassen – insbesondere in Richtung des kenianischen Präsidenten.
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WashingtonErstmals in seiner Amtszeit reist US-Präsident Barack Obama diesen Sommer nach Kenia, in die Heimat seines Vaters. Obama werde in dem ostafrikanischen Land im Juli an einer globalen Konferenz zum Unternehmertum teilnehmen, teilte das Weiße Haus am Montag mit.

Außerdem sei ein Treffen mit dem umstrittenen kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta geplant, der sich bis zur Einstellung seines Verfahrens im Dezember vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag verantworten musste.

Obama, der im Januar 2009 als erster Afroamerikaner das höchste Staatsamt der USA übernommen hatte, war aus der Beziehung seiner weißen US-Mutter mit einem kenianischen Gaststudenten hervorgegangen. Geboren wurde er 1961 auf Hawaii.

Sein Vater Barack Obama Senior kehrte drei Jahre nach der Geburt in seine Heimat zurück und starb dort 1982 bei einem Autounfall. Obama Junior verarbeitete seine Familiengeschichte in der Autobiografie „Ein amerikanischer Traum"“(Originaltitel:„Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance“).

Die Reise nach Kenia wäre der vierte Aufenthalt des US-Präsidenten im südlich der Sahara gelegenen Afrika. Nach einem Kurzbesuch in Ghana im Juli 2009 hatte Obama im Sommer 2013 seine erste große Afrika-Reise unternommen, die ihn in den Senegal, nach Südafrika und Tansania führte. Im Dezember 2013 flog er erneut nach Südafrika, um der Trauerfeier für den gestorbenen Friedensnobelpreisträger und Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela beizuwohnen.

Obama hatte Kenia wegen des Prozesses gegen Kenyatta vor dem IStGH bislang gemieden. Der kenianische Staatschef war dort wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit den ethnischen Unruhen nach der Präsidentschaftswahl des Jahres 2007 angeklagt.

Im Dezember zog die Chefanklägerin Fatou Bensouda die Anklage aber überraschend zurück und erklärte, Kenyattas „mutmaßliche strafrechtliche Verantwortung“ könne „nicht zweifelsfrei bewiesen werden“. Mehrere Zeugen seien gestorben, auf andere sei dermaßen viel Druck ausgeübt worden, dass sie nicht mehr zu einer Aussage bereit seien.

Kenyattas Stellvertreter William Ruto muss sich im Zusammenhang mit den Unruhen weiter vor dem Haager Gerichtshof verantworten. Aus US-Regierungskreisen hieß es, Obamas Treffen mit dem kenianischen Staatschef werde „die Möglichkeit für einen Dialog“ über Menschenrechte schaffen. Zuletzt hatte Obama Kenia als Senator im August 2006 besucht und war dabei auch in den Heimatort seines Vaters gereist.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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