US-Präsident Bush verlangt im Sudan ein Eingreifen von außen
Sudan hofft auf Schützenhilfe von China und Russland

Auch für US-Präsident George W. Bush steht nun fest, dass in Darfur ein Völkermord stattfindet. Die sudanesische Regierung sehe dem tatenlos zu. Bush verlangt eine schärfere UN-Resolution und ein militärisches Eingreifen von außen. Doch ein Embargo gegen den Sudan würde vor allem China und Russland treffen.

HB NEW YORK. Khartum bleibt gelassen. Internationale Sanktionen? Damit werde Washington kaum durchkommen, erklärte Sudans Parlamentssprecher Angelo Beda zu dem US-Entwurf für eine neue, erheblich schärfere Darfur-Resolution. „Wir haben Unterstützer bei den Vereinten Nationen.“ Sudans Machthaber hoffen auf Schützenhilfe zweier Vetomächte im Sicherheitsrat: China und Russland.

Bush hatte am Donnerstag abend gesagt, „dass ein Völkermord in Darfur stattgefunden hat." Zugleich warf er der sudanesischen Regierung vor, eine Ende Juli verabschiedete UN-Resolution zur Darfur-Krise nicht beachtet zu haben. Arabische Milizen ermorden in der Region die schwarze Bevölkerung. Die Bundesregierung teili nicht die entschiedene Haltung der USA. Außenministeriumssprecher Walter Lindner sagte: „Die Bundesregierung spricht von einer humanitären und menschenrechtlichen Tragöde mit genozidalem Potenzial“.

US-Präsident Bush sagte hingegen: „Es ist klar, dass nur ein Eingriff von außen das Töten stoppen kann." Seine Regierung strebe deshalb eine neue UN-Resolution an, die einen erweiterten Einsatz der Afrikanischen Union in Darfur ermöglicht. Außerdem müsse der sudanesischen Luftwaffe das Überfliegen der Region untersagt werden, forderte der US-Präsident.

Öffentlich halten sich Pekings und Moskaus Diplomaten mit Kritik an der Feststellung von US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell zurück, dass in Sudan ein Völkermord vor sich geht. Dies gilt auch an dem darauf aufbauenden US-Resolutionsentwurf. Doch hinter vorgehaltener Hand wird schon mal gestichelt, dass „wohl nirgendwo am Nil so dicke Krokodilstränen geweint werden wie derzeit am Potomac in Washington“.

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