US-Präsident
Obama bliebe von Millionärssteuer verschont

Der Wahlkampf von US-Präsident Obama dreht sich derzeit um Pläne für eine Reichensteuer. Seine online gestellte Steuererklärung belegt nun: Er selbst müsste sie nicht zahlen. Die Opposition läuft gegen die Steuer Sturm.
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WashingtonVor seiner geplanten Millionärssteuer müsste sich US-Präsident Barack Obama selbst nicht fürchten. Der mächtigste Mann der Welt und seine Ehefrau verdienten 2011 exakt 789.647 Dollar (599.716 Euro), wie aus der Freitag veröffentlichten Steuererklärung der Obamas hervorgeht. Etwa die Hälfte davon habe die „First Family“ mit Buchhonoraren eingenommen. Gut 160.000 Dollar, also etwas mehr als 20 Prozent des Einkommens, hätten sie an den US-Fiskus abgeführt. Dazu gingen knapp 32.000 ans Finanzamt ihres Heimatstaates Illinois.

Der Präsident macht sich im Kampf für seine Wiederwahl im November für einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent stark, den alle mit einem Einkommen von mehr als einer Million Dollar zahlen sollen. Diese Steuerpläne bezeichnete er als „Buffett-Regel“, benannt nach dem Milliardär Warren Buffett. Der hatte beklagt, dass er wegen der steuerlichen Bevorzugung von Finanzinvestitionen einen geringeren Steuersatz zahle als Normalverdiener wie etwa seine Sekretärin.

Die oppositionellen Republikaner, für die wahrscheinlich der Multimillionär Mitt Romney gegen Obama antritt, lehnen die Pläne rundweg ab und bezeichnen sie als „Klassenkampf“. Romney verdiente nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 21 Millionen und zahlte darauf rund 14 Prozent Steuern. 2010 hatten die Obamas noch mehr als 1,7 Millionen Dollar verdient und etwa ein Viertel davon an den Staat abgeführt.

Neben Buffett hat Obama für sein Vorhaben weitere Unterstützer aus der Riege der Superreichen. Der US-Milliardär und Investor George Soros bezeichnet es als richtig, Großverdiener besonders stark zur Kasse zu bitten. „Die Reichen zahlen zu wenig Steuern, ich zahle auch zu wenig. In den USA läuft es sehr ungerecht“, sagte er in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. „Aber in meiner Einkommensklasse befinde ich mich mit dieser Meinung in einer kleinen Minderheit“, räumte Soros ein.

Obama würde aber am liebsten nicht nur Millionäre, sondern auch Großverdiener mit einem Einkommen von mehr als 250.000 Dollar stärker zur Kasse bitten. Dazu will er von seinem Vorgänger George W. Bush eingeführte, zeitlich befristete Vergünstigungen auslaufen lassen. Dann würde auch sein eigener Steuersatz steigen, stellte das Weiße Haus am Freitag klar. Die Erklärung der Präsidentenfamilie zeigte auch, dass sie gut 170.000 Dollar an gemeinnützige Einrichtungen spendeten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Reichtum beginnt fuer Obama bei einem Jahreseinkommen von ueber 1 Mio Dollar.

    Der Mensch hat keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit in seinem Lande, oder er macht sich ueber seine Buerger lustig. Dieser Schuldenkoenig und seine Aktionen gemeinsam mit seiner FED sind beaengstigend. Und dann scheint es als einzige Alternative dazu nur diesen Romney zu geben. Noch schlimmer.

  • Ich weiß nicht wie ich anders sagen soll, aber vielen Wählern in den USA fehlt offensichtlich der Durchblik, dabei sind die Lügen der Republikaner doch so offensichtlich!
    Mit Romney behauptet immer wieder Barak Obama hätte die USA in die Megaverschuldung geführt.
    Das ist schlicht und einfach unwahr.
    G.W.Bush hatte von W.J.Clinton einen ausgeglichenen Haushalt über nommen, (ohne Altschulden natürlich) den er in seinen 8 Jahren in ein Mega-Defizit verwandelte.
    Eine Demokratie ist nur so gut wie ihre Wähler .....

  • Da haben Sie doch mal aus Ihrer Warte fein formuliert, was Sie von den amerikanischen Wählern halten.

    Selbst wenn er ein Kommunist wäre, wovon man nun wohl nicht ausgehen kann - auch nicht als Evangelikaler -, bleibt dann doch ein etwas eigenartig fade wirkender Nachgeschmack angesichts Ihrer beherzt wie schlicht wirkenden Auffassung, die Sie hier zum Besten geben.

    Ersparen Sie sich am besten weiterhin bei FOX-News Ihren Horizont zu erweitern. Dort kann Obama inzwischen, unbehindert von Toilettenwand-Aufrufen, als Rassist bezeichnet werden.

    Ob allerdings, wer auf solche Wähler im eigenen Land setzt, als würdiger Vertreter einer leading Nation gelten kann, das wird sich dann vermutlich noch herausstellen müssen.

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