US-Präsident Obama

„Wir haben nur noch sehr wenig Zeit“

Den USA läuft die Zeit davon, das Land steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Präsident Obama appelliert an Demokraten und Republikaner: Beide Seiten seien „gar nicht so weit voneinander entfernt“.
Update: 30.07.2011 - 14:44 Uhr 25 Kommentare

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat kurz vor der drohenden Staatspleite der USA Demokraten und Republikaner noch einmal eindringlich zu einem Kompromiss aufgefordert. „Es gibt viele Auswege aus diesem Chaos. Aber wir haben nur noch sehr wenig Zeit“, sagte Obama am Samstag in seiner wöchentlichen Radio- und Internetbotschaft. Beide Seiten seien im Streit um eine Anhebung der Schuldengrenze „gar nicht so weit voneinander entfernt“. So herrsche grob Einigkeit darüber, in welcher höhe Ausgaben gekürzt werden müssten, um das US-Staatsdefizit zu reduzieren. Klar seien sich beide Parteien auch über die Notwendigkeit einer Reform von Steuern und Zuwendungen.

Bei der konkreten Ausgestaltung müsse am Ende aber ein Plan stehen, der von beiden Seiten getragen werde, fügte Obama hinzu. Eine Lösung im Schuldenstreit „muss von beiden Parteien unterstützt werden, die zur Vertretung der US-Bevölkerung entsandt wurden, nicht nur von einem Teil einer Partei“, sagte Obama in Anspielung auf den parteiinternen Streit der Republikaner. Der US-Kongress müsse schließlich einen Plan vorlegen, den er selbst bis nächsten Dienstag unterzeichnen könne.

Einigen sich Demokraten und Republikaner nicht bis kommenden Dienstag auf eine Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze, droht den USA die Zahlungsunfähigkeit. Zuletzt blockierten sich beide Seiten im Parlament erneut: Nach mehrmaligem Aufschub stimmte das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus am Freitag für einen Entwurf, wonach die Schuldenobergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar (rund zehn Billionen Euro) zunächst um 900 Milliarden Dollar angehoben würde. Doch der Entwurf scheiterte wenige Stunden später an der demokratischen Mehrheit im Senat.

Entwurf hatte von vornherein keine Chance
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25 Kommentare zu "US-Präsident Obama: „Wir haben nur noch sehr wenig Zeit“"

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  • Zu sagen "wir haben nur noch sehr wenig Zeit" ist doch eine glatte Übertreibung.
    Dieses größenwahnsinnige selbstgefällige Land liegt schon seit Jahren im Coma.
    Sie wissen schon lange, daß sie aus eigener Kraft da niemals rauskommen. Deshalb überfallen sie ein Land nach dem anderen in der Hoffnung durch Ausbeutung den eigenen Wanst zu retten.
    Das ging zum Glück schief, und das Ende ist nahe.
    Ich gehe davon aus daß sie in ihrer Verblendung den Schuldenrahmen nach oben setzen werden.
    Perfekt! Dann kommt die Bauchlandung zwar später aber sie wird um so heftiger. Die Anhängsel wie Deutschland und Israel stürzen gleich mit in den Abgrund. Geschieht ihnen recht!

  • My dear friends, not so fast. You are in the American "loop"too. After America has gone down the toilet,guess who will follow?

  • Also mehr Staat und Regulation und Verbote,z.b. in China produzieren zulassen,oder Produkte aus diesen
    Sklavenhalterstaaten durch Steuern so zu verteuern,daß es sich nicht mehr lohnt.Denn da liegt ja wohl der Hase im Pfeffer.Das solche Länder andere Volkswirtschaften in den Ruin treiben.An der momentanen Krise in Mittelamerika haben sie auch Schuld.An der Finanzkrise in Europa genauso.Also bitte ja,ich bringe hier haufenweise Denkfehler und ihr bringt gar nichts.

  • Noch ein Denkfehler. Die USA haben massiv dazu beigetragen, dass das Billiglohnland China so mächtig werden konnte. Und damit haben sie sich selbst gewaltig ins Knie geschossen.

  • Wenn ich voraussehen könnte was alles bei vermeintlichen Szenarien geschieht,würde ich hier
    ironisch gemeinten Kommentaren nicht mit "intelligentem Sachverstand" entgegnen,sondern Präsidentenberater werden.

  • @azaziel

    Nach ihrer Definition war das System vom ersten Tag an pleite denn es lief IMMER schon genauso. Zumindest während unserer Lebenszeit! Zuerst wird das Geld und damit die einhergehende Schuld in Form von Zinsversprechungen geschaffen - dann kommt hoffentlich die Leistung hinterher, die diese Geldmengenausweitung durch Kredit im Nachhinein auch rechtfertigt.

    Wenn es funktioniert (was meist der Fall ist), erlebt man einen Aufschwung, den es ohne das System nicht gäbe. Ohne dieses System hätte es z.B. kaum ein Wirtschaftswunder gegeben. Ohne dieses System wäre es viel schwerer an einen Kredit zu kommen, da die Geldmenge sehr strikt vorgegeben wäre. Wenn im Laufe der Zeit die Bereinigungen aber nicht folgen und die Fehlinvestitionen im Finanzsystem nicht abgeschrieben werden, dann wird die Bugwelle immer größer, die man vor sich herschiebt.

    Die Probleme von heute sind so schwerwiegend, weil die Bereinigung nicht rechtzeitig erfolgt ist und die Bugwelle mittlerweile sehr hoch ist. Die Schulden sind so hoch, dass ein Großteil der Finanzinstitute, Staaten, Firmen und Privatleute von einem Zusammenbruch betroffen wären.

    Man hat die Wahl zwischen Pest und Chollera: entweder man lässt es zusammenbrechen, oder man stopft die Löcher wieder - mit dem Effekt, dass die Welle morgen noch größer sein wird. Vernünftigerweise müsste man wohl in den sauren Apfel beißen - aber wer übernimmt dafür freiwillig die Verantwortung?

  • "Man kann nicht fortwaehrend mehr Geld ausgeben, als man einnimmt, ohne den Kollaps herbeizufuehren."
    -> Und ob man das kann. Und wir werden!

    "Die Voodoo-Oekonomie, die Sie hier beschreiben, hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind, an den Rand des Abgrunds."
    -> Ja und? So geht das Spiel nun mal. Was hoch geht, muss auch wieder runter. Ein ganz normaler Prozess. Der Markt muss sich bereinigen. Und das erfolgt genau so wie es bald zu beobachten ist. Wenn das Schreckensszenario eintritt, dann erreichen wir wieder den Boden der Realität. Der Markt ist dramatisch überbewertet.
    Und noch was. Ohne Verschuldung und ohne Zinsaufwand, haben andere kein Guthaben und keine Zinserträge. Würde man verbieten Schulden zu machen, würde es keine Gewinne geben. Ein Gleichgewicht wäre, wenn die Produktion eines Handys 50 Euro kostet, und dann auch für 50 Euro verkauft wird. Ist zwar amateurhaft formuliert, entspricht aber der Tatsache. Welche Motivation gäbe es dann noch ein Unternehmen zu gründen, F&E zu betreiben oder überhaupt morgens aufzustehen! Dieses System wiederholt sich immer wieder, weil es funktioniert und technologische Entwicklungen voranbringt.
    Darüber könnte man sicher eine Facharbeit verfassen. Hier nun das genau zu erläutern, wäre nicht zielführend.
    Dass Systeme, die zur Überhitzung neigen auch wieder abkühlen müssen, ist mehr als offensichtlich. Die Frage ist nur "Wann?"!

  • Die Voodoo-Oekonomie, die Sie hier beschreiben, hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind, an den Rand des Abgrunds. Man kann nicht fortwaehrend mehr Geld ausgeben, als man einnimmt, ohne den Kollaps herbeizufuehren. Richtig, wenn man jetzt anfaengt zu sparen, gehen in der Tat auch die Einnahmen zurueck. Das geht mit der Rueckabwicklung verantwortungslosen Haushaltens einher. Da die USA und auch Europa den Zeitpunkt des Ausstiegs verpasst haben, steht uns jetzt der „Cold Turkey“ ins Haus. Eher frueher als spaeter. Wer als Politker dieses Spiel weiterspielt ist entweder unfaehig oder kriminell. Es ist kein Zufall, dass die Besseren aus der Politkerklasse den Notausgang genommen haben.

  • @digger
    DaDamm hat Recht. Er beschreibt das Szenario der Deflation. Ein Tabu-Thema in der heutigen Zeit, aber mehr als präsent. In der Deflation ist der Sparer der Gewinner, aber nur, wenn er nicht verschuldet ist. Oder anders ausgedrückt, wenn man einen höheren Zinsertrag hat als Zinsaufwand bzw. die Ausgaben unterhalb des Zinsertrages liegen, dann gilt man als Gewinner des Systems. In dieser Lage kann die USA niemals kommen. Selbst wenn sie keine "Schecks" mehr rausschickt und auf Biegen und Brechen die Kosten auf 0 senkt, bleiben immernoch die Schulden + Zinsen.
    Ein Volkswirt kann das sicher besser erklären. Tatsache ist, das System (über-) lebt durch Schulden.

  • also mal konkret , wenn amerika seine kriege stoppt und den rüstungsetat deutlich senkt soll dies negative folgen für die us bevölkerung haben ? selten einen solchen unfug gelesen.

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