US-Präsidentenwahl

Russen in New York glauben nicht an Hackerangriff aus Moskau

Die amerikanischen Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland mit Hackerangriffen die US-Präsidentenwahl beeinflussen wollte. Doch die russische Gemeinde in New York will davon nichts wissen. Nur wenige glauben daran.
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Der Friseur Jefim Katscher aus Odessa gehört zu wenigen Einwanderern, der die russischen Hackerangriffe für glaubhaft hält. Quelle: dpa
Hackerangriff

Der Friseur Jefim Katscher aus Odessa gehört zu wenigen Einwanderern, der die russischen Hackerangriffe für glaubhaft hält.

(Foto: dpa)

New York„Einfach unmöglich“: Roman Gadajew hält gar nichts vom Vorwurf, Russland habe sich in die Präsidentenwahl in den USA eingemischt. „So etwas können nur ungebildete Menschen glauben“, sagt der gebürtige Kasache, der in New York eine Schusterwerkstatt betreibt. Wie Gadajew stehen die meisten Bewohner der russischsprachigen Enklave im Stadtteil Brooklyn der Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA skeptisch gegenüber, Moskau habe E-Mails der demokratischen Partei gehackt, um Donald Trump zum Wahlsieg zu verhelfen.

„Russland hat nichts damit zu tun“, sagt Ludmila Bondar, die vor 26 Jahren aus der Ukraine in die USA auswanderte, auf Russisch. „Es sind die Menschen, die Trump gewählt haben.“ Die pensionierte Kreditanalystin lebt wie Zehntausende weitere russischsprechende Einwanderer in Brighton Beach. Trumps Vater hatte hier und am benachbarten Sheepshead Bay einst einen Grundstein für sein Immobilienimperium gelegt.

So nicht – Putins Hackerangriff soll Konsequenzen haben

Die Enklaven am Atlantik in der Nähe der berühmten Vergnügungsparks von Coney Island gehören zu den wenigen Wahlbezirken im überwiegend demokratischen New York, die an Trump gingen. Während in der gesamten Stadt fast 79 Prozent der Wähler der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton ihre Stimme gaben, votierten hier in einigen Wahllokalen ebenso viele „za Trampa“ – für Trump.

Einwanderer der ersten Generation sagten der Nachrichtenagentur AP, Trumps Versprechen, Steuern zu senken und Arbeitsplätze zu schaffen, habe sie überzeugt. Viele zeigten sich auch zuversichtlich, dass sich unter einem Präsidenten Trump das amerikanisch-russische Verhältnis verbessern werde.

Der Triumph des Republikaners sei „ein riesiger Sieg für normale Menschen“, sagt der Ukrainer Jurij Taras mit Blick auf die Hacking-Vorwürfe. „Ich glaube, Russland könnte gar keinen Einfluss auf die Wahlen in den USA ausüben“, erklärt der Einwanderer aus der Schwarzmeer-Metropole Odessa auf Russisch. „Vielleicht hätte Russland das gerne getan, aber meiner Meinung nach will (der russische Präsident Wladimir) Putin einfach nur in Ruhe gelassen werden.“

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