US-Präsidentschaft
Tea-Party-Kandidatin Bachmann gewinnt Testwahl in Iowa

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nimmt weiter an Spannung zu: In Iowa haben sich potenzielle Obama-Herausforderer 2012 einer Testabstimmung gestellt, die mit einem Erfolg für die Tea-Party-Kandidatin Michele Bachmann endete. Aber die wirkliche Musik spielt woanders.
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AmesDie Kongressabgeordnete Michele Bachmann hat die Probeabstimmung der Republikanischen Partei im US-Staat Iowa gewonnen. Von den abgegebenen 17.000 Stimmen bei der traditionellen volksfestartigen „Straw Poll“ entfielen 28 Prozent auf die Favoritin der Tea-Party-Bewegung. Mit knappem Abstand folgte der Abgeordnete Ron Paul aus Texas, während der frühere Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, mit deutlichem Abstand auf Platz drei verwiesen wurde.

„Dies ist der erste Schritt, das Weiße Haus zurückzugewinnen“, sagte die radikalkonservative Kongressabgeordnete aus Minnesota, Bachmann, nach ihrem Sieg. Die Abstimmung gab einen ersten Hinweis darauf, wen sich die Anhänger der Republikaner als Präsidentschaftskandidat ihrer Partei wünschen.

Der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, der bislang als Favorit für die Vorwahlen der Republikaner gehandelt wird, holte nur gut 560 Stimmen. Er hatte in Iowa aber auch wenig Wahlkampf gemacht und sich stattdessen auf andere Bundesstaaten konzentriert. Der Ex-Gouverneur von Utah und frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, der ebenfalls als aussichtsreicher Bewerber gilt, bekam sogar nur magere 69 Stimmen. Beide hatten bereits im Vorfeld erklärt, sie wollten sich nicht aktiv beteiligen. Insgesamt standen in Iowa neun Kandidaten auf den Abstimmungszetteln.

Bachmann hatte sich bereits in zwei vorausgegangenen Fernseh-Wahldebatten überraschend gut behauptet. Allerdings hat ihr Sieg nur begrenzte Aussagekraft. Der Gewinner hat bisher in den seltensten Fällen die Präsidentschaftskandidatur oder gar den Einzug ins Weiße Haus geschafft. Aber der Spitzenplatz sichert in der Regel zumindest ein längeres Verbleiben im Rennen. Für deutliche Verlierer dagegen läutet das Votum häufig den Anfang vom Ende im parteiinternen Wettbewerb ein.

Zuvor hatte der Gouverneur des US-Staates Texas, Rick Perry, seine Bewerbung um die Nominierung der Republikanischen Partei offiziell bekannt geben und mit dieser Ankündigung die Testwahl in Iowa ein wenig in den Schatten gestellt. „Ich kandidiere um das Präsidentenamt und ich glaube, ich werde gewinnen“, sagte der streng konservative 61-Jährige, der seinen Posten Ende, 2000 von George W. Bush übernommen hatte, während einer Telefonkonferenz mit republikanischen Parteianhängern im US-Staat South Carolina. Perry holte in Iowa fast 720 Stimmen - obwohl sein Name gar nicht auf den Wahlzetteln gestanden hatte.

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Perry mischt mit seiner Kandidatur die Karten neu

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  • Anonymer Benutzer: Pendler

    Doch haben wir.
    Hier heißen sie nur FDP.
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    nur leier taugt sie nichts bei uns.

  • Das ist zwar richtig, aber es ist es nicht alleine.
    Die gesamte westliche Welt muß zu ihren Wurzln zurück.
    D. h. in Billiglohnländern produzieren und zu Hause die Arbeitslosen pflegen kann wohl nicht der richtige Weg sein.
    Handel mit anderen Ländern ja, aber ansonsten müssen die Länder sich mal wieder auf sich selbst besinnen. Und die Wirtschaft muß wieder begreifen, dass sie für das Land und die Bürger da ist und nicht der Bürger für die Wirtschaft.
    Mit Globalisierung hat das nämlich nichts zu tun, wenn hierzulande Arbeitsplätze abgebaut werden um in China oder sonstwo die Leute auszubeuten. Damit der Gewinn der Manager noch ein swenig mehr wird und sie sich noch höhere Boni zahlen können.
    Genau diese Gier hat uns das alles eingebrockt was derzeit in der westlichen Welt ist und nun ist die Welt aus den Fugen.
    Bei usn muß außerdem die EU geschlossen werden mit ihrer Planwirtschaft.
    Das alles wären mal Anfänge und es wird uns wieder besser gehen

  • Sehr oft wurde uns suggestiert, dass heute alles anders ist, als die (bewährten) Spielregeln. Aber auch wenn es langsam geht, gegen gewisse Spielregeln einer seriösen Staatsführung konnten nur die Länder verstoßen, die dann der Geschichte angehörten.

    Wer denkt, dass man auf ewig immer mehr Schulden machen kann, irrt sich gewaltig. Wenn Dekadenz und Schmarotzer die Oberhand gewinnen, naht das Ende.
    Was die "Dame" will ist eigentlich so simpel und einfach, dass es ohen Scheuklappen für jeden leicht verständlich sein sollte.

    Steuern runter
    Verschuldung zurück führen
    weniger Staat

    Evtl. sind die Bürger von Iowa unterbelichtet, aber sie scheinen begriffen zu haben, dass man u.a. beim Ackerbau nur dann ernten kann, wenn man erst säen und düngen muß, bevor man ernten kann.

    Mr. "Yes I can" meint wohl aber, er kann nur ernten und damit alle füttern.






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