US-Präsidentschaftskandidat: Romney wird als Jobvernichter angeprangert

US-Präsidentschaftskandidat
Romney wird als Jobvernichter angeprangert

In der Kandidaten-Kür der US-Republikaner ist Favorit Romney immer härteren Angriffen seiner Konkurrenten ausgesetzt. Als Investor bei Bain Capital soll er Firmen ausgeschlachtet und dem Ruin überlassen haben.
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WashingtonIm Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur gerät Spitzenreiter Mitt Romney unter immer schärferen Beschuss seiner Rivalen. Bei einer Fernsehdebatte am Montagabend (Ortszeit) hielten sie dem Multimillionär unter anderem vor, als Investor Jobs vernichtet zu haben und in seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts zu linkslastig gewesen zu sein.

Bei der nächsten Vorwahl an diesem Samstag im Südstaat South Carolina sehen Umfragen Romney deutlich vor seinen inzwischen nur noch vier Konkurrenten. Der frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, hatte am Montag das Handtuch geworfen. Die TV-Debatte in Myrtle Beach (South Carolina) galt als eine der letzten Gelegenheiten für seine Mitbewerber, Romney zu schwächen.

Der ehemalige Chef des Repräsentantenhauses, New Gingrich, warf Romney vor, sich als Hedgefonds-Manager an von Bain Capital übernommenen Firmen bereichert zu haben. Diese seien teils «mit enormen Schulden» zurückgelassen worden und wenige Jahre später bankrott gegangen, sagte Gingrich, der in Umfragen hinter Romney in South Carolina auf dem zweiten Platz liegt. Der texanische Gouverneur Rick Perry brachte das Beispiel eines Stahlwerkes in South Carolina, das geschlossen worden sei, nachdem Romney das Unternehmen «gefleddert» habe.

Romney argumentierte hingegen weiter, in seiner Funktion zehntausende Jobs geschaffen zu haben. Mit Spendengeldern aufgepumpte Unterstützergruppen seiner Rivalen, sogenannte Super-Pacs, hatten in den vergangenen Tagen mit einer Medienkampagne die Investment-Vergangenheit Romneys in den Fokus gerückt. Unter anderem veröffentlichten sie einen halbstündigen Film, in dem Romney als herzloser Kapitalist und Jobvernichter dargestellt wird.

Perry verlangte von Romney, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, damit es später nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt. „Die Leute sollen wissen, wie Du Dein Geld machst.“ Ex-Senator Rick Santorum hielt dem Spitzenreiter vor, politische Entscheidungen von Rivalen in Werbespots verzerrt wiederzugeben.

Der Wirtschaftsfachmann Romney gilt nach Siegen bei Vorwahlen in Iowa und New Hampshire auch nach landesweiten Umfragen als aussichtsreichster Anwärter auf den Posten des republikanischen Herausforderers von Präsident Barack Obama.

Ein von der Polit-Website realclearpolitics.com ermittelter Durchschnitt mehrerer Umfragen sieht Romney derzeit mit rund 32 Prozent weit vor seinem Verfolgerfeld. Gingrich, Santorum und der Kongressabgeordnete Ron Paul liegen indes dicht beieinander.

Realclearpolitics.com zufolge liegt Romney vor der Abstimmung in South Carolina klar mit knapp 30 Prozent in Führung - obwohl ihm gerade Erzkonservative und die religiöse Rechte skeptisch gegenüberstehen. Dahinter folgt mit rund 22 Prozent Newt Gingrich.

Neben der Vorwahl in South Carolina hat er auch bei der darauffolgenden Abstimmung in Florida am 31. Januar gute Chancen auf einen Sieg. Ex-Mitbewerber Huntsman hatte sich nach seinem Ausscheiden aus dem Rennen ums Weiße Haus hinter Romney gestellt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Handelsblatt, mal ehrlich es ist völlig egal.
    das sind "nachrichten", die keinen interessieren.

  • Die Republikaner werden extrem von FOX "gefördert"
    Fox gehört Mr. Murdoch (SUN)
    Murdoch, ein Glaubensbruder der rothen Herren

    Wen wundert es, warum die Republikaner so gegen den IRAN wettern.

    Geld kann man nicht fressen
    Aber genau das wollen usn die Amis klar machen

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