US-Präsidentschaftswahl
Biden macht den Weg für Clinton frei

US-Medien haben in den vergangenen Wochen fast jeden Auftritt von Joe Biden nach Anzeichen für eine mögliche Kandidatur durchleuchtet. Nun hat der 72-Jährige abgesagt. Damit steigen die Chancen von Hillary Clinton.

WashingtonNach monatelangen Spekulationen hat US-Vizepräsident Joe Biden seinen Verzicht auf eine Bewerbung bei der Präsidentschaftswahl 2016 erklärt. Biden sagte am Mittwoch im Rosengarten des Weißen Hauses, dass er sich nicht um die Kandidatur der Demokraten bemühen werde. Das Zeitfenster für eine „realistische Präsidentschaftskampagne“ habe sich geschlossen, sagte der 72-Jährige, der mit seiner Frau Jill und Präsident Barack Obama vor die Kameras trat.

Der Vizepräsident erklärte, nach dem Tod seines ältesten Sohnes im Mai habe für ihn und seine Familie die Trauerarbeit Priorität gehabt. Beau Biden war im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Seine Familie sei nun zwar bereit für eine Präsidentschaftsbewerbung. „Leider glaube ich, dass wir nicht mehr die nötige Zeit haben, eine siegreiche Kampagne für die Nominierung auf die Beine zu stellen“, sagte er.

Mit Bidens Verzicht scheint der Weg frei für Hillary Clinton. Die frühere Außenministerin und ehemalige First Lady führt in Umfragen klar vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders. Weit abgeschlagen sind die Ex-Gouverneure Lincoln Chafee und Martin O'Malley. Der frühere Senator Jim Webb zog sich am Dienstag bereits aus dem Rennen zurück.

Biden kündigte an, sich weiter in die aktuelle Politik einmischen zu wollen. „Obwohl ich kein Kandidat sein werde, werde ich mich klar und deutlich zu Wort melden, wo wir als Partei stehen und wohin wir als Nation gehen müssen“, sagte er. Biden rief die Demokraten auf, das politische Erbe der Obama-Regierung „zu verteidigen und zu schützen“. Außerdem warnte er vor der wachsenden sozialen Ungleichheit in den Vereinigten Staaten, die zu einer Gefahr für die gesellschaftliche Stabilität werde.

Biden ist seit mehr als vier Jahrzehnten eine feste Größe in der Washingtoner Politik. Im Alter von erst 29 Jahren wurde er im November 1972 im Bundesstaat Delaware zum Senator gewählt. In der Kongresskammer leitete er unter anderem den Justizausschuss und den Ausschuss für Auswärtige Beziehungen. Der Jurist nahm zwei Mal erfolglos Anlauf auf das Weiße Haus.

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