US-Präsidentschaftswahl
Demokratisches Wahl-Manöver

Traut man den Meimungsumfragen sieht es für US-Präsident George W. Bush nicht gut aus. Die US-Opposition freut es – und läuft sich schon Mal für die Präsidentschaftswahl warm. Doch zunächst muss sie den Kongress zurück erobern.

HB WASHINGTON. Der tiefe Fall von US-Präsident George W. Bush in den Meinungsumfragen hat der Demokratischen Partei in Amerika neue Siegeszuversicht eingehaucht. Als Nahziel will die Opposition im November den Kongress zurückerobern. Das Hauptaugenmerk richtet sich jedoch bereits auf die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2008. Was auf die Partei zutrifft, gilt auch für ihre prominenteste Hoffnungsträgerin: Hillary Clinton muss im November zunächst ihren Senatssitz für New York verteidigen, bereitet aber hinter den Kulissen bereits einen landesweiten Wahlkampf um das Weiße Haus vor.

„Hillary ist die Kandidatin, die es zu schlagen gilt“, sagt Karl Struble, Politberater bei der Agentur Struble Eichenbaum in Washington, mit Blick auf die parteiinternen Vorwahlen. Fast zehn Demokraten testen im Moment das politische Wasser für die Präsidentschaftswahlen. Die Liste reicht von den zuletzt gescheiterten John Kerry und John Edwards über den Senator und Außenpolitiker Joseph Biden bis hin zu Mark Warner, dem früheren Gouverneur von Virginia. Obwohl keiner der potenziellen Bewerber seinen Hut offiziell in den Ring geworfen hat, sind sich die meisten Experten einig, dass es am Ende auf einen Zweikampf zwischen Hillary Clinton und einem Außenseiter hinauslaufen wird.

„Der Mann mit den vielleicht besten Außenseiterchancen ist Warner“, sagt Charlie Cook, langjähriger Beobachter des politischen Geschehens in Washington und Direktor der einflussreichen Gazette „The Cook Political Report“. Bei einer Umfrage unter den Anhängern der Demokraten landete der 51-jährige mit zehn Prozent auf dem zweiten Platz. Hillary Clinton siegte deutlich mit 75 Prozent.

Warner bringt jene Vorzüge mit, die bereits Bill Clinton und Jimmy Carter ins Weiße Haus getragen haben: Er ist telegen, politisch in der Mitte angesiedelt und kommt aus dem konservativen Süden der USA. So scheut Warner sich nicht, bei Autorennen zu erscheinen, sich als Jäger zu bekennen oder zu Folkloremusik zu tanzen. Sein großes Thema ist die Modernisierung der amerikanischen Wirtschaft – ein Ziel, mit dem er besonders in der amerikanischen Technologieindustrie Aufmerksamkeit erregt.

Hillary Clinton ist dagegen Teil der Parteielite in Washington und gilt seit der Präsidentschaft ihres Mannes als eine der umstrittensten Figuren in der amerikanischen Politik. Mit New York vertritt sie zudem einen der liberalsten US-Bundesstaaten. Die Niederlage von Senator Kerry aus Massachusetts gegen George W. Bush vor zwei Jahren hat jedoch gezeigt, dass diese Mischung bei den eher wertkonservativen Mittelschichten in Amerika nicht sonderlich gut ankommt. Nach einer Umfrage des Fernsehsenders CNN würden 51 Prozent der US-Bürger nicht für die frühere First Lady stimmen. „Die Amerikaner wählen jemanden, dem sie sich kulturell nahe fühlen“, sagt Politikberater Struble.

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