US-Präsidentschaftswahlen
Warren Buffett „orakelt“ für Clinton

Hillary Clintons Rivale Barack Obama hat sich die Hilfe von Talk-Show-Queen Oprah Winfrey gesichert. Doch die ehemalige First Lady lässt sich in ihrem Präsidentenwahlkampf von einem noch größeren Schwergewicht unterstützen. Kein geringerer als US-Milliardär Warren Buffett springt der New Yorker Senatorin im laufenden Vorwahlkampf bei.

HB SAN FRANCISCO. Am Dienstag half der Chef der Investmentfirma Berkshire Hathaway Inc Clinton dabei, in San Francisco eine Million Dollar an Spendengeldern einzuwerben. Vor 1 500 Anhängern der Demokratischen Partei überließ Clinton ihrem Helfer weitgehend das Feld und beschränkte sich darauf, Fragen vor allem zu wirtschaftlichen Themen wie der akuten Dollar-Schwäche zu stellen.

Der als „Orakel von Ohama“ gepriesene Wirtschaftsguru machte das große Außenhandelsdefizit für die weiche US-Währung verantwortlich. So lange die größte Volkswirtschaft der Welt jeden Tag Waren für zwei Milliarden Dollar mehr einkaufe als verkaufe, werde sich daran nichts ändern. „Wenn wir diese Politik weiter verfolgen, wird es bleiben, wie es ist.“ Zur Stärkung des Dollars sei ein Politikwechsel nötig. Zugleich machte Buffett komplizierte Finanzinstrumente für die Krise auf dem Immobilien- und Bankensektor verantwortlich.

Obwohl es Buffett an Winfreys Charisma fehlt, präsentierte er sich dem Publikum in San Francisco als eine Mischung aus seriösem Geschäftsmann und geselligem Kumpel. So gab er einen leicht schlüpfrigen Witz über Ehebrecher zum Besten. Clinton, deren nicht immer perfekte Ehe mit Ex-Präsident Bill Clinton oft für Schlagzeilen gesorgt hatte, lachte mit dem Publikum.

Bereits 2004 engagierte sich Buffett im Wahlkampf der Demokraten und beriet deren Präsidentschaftskandidaten John Kerry Wirtschaftsfragen. In der gleichen Funktion hatte er im Jahr davor den Republikaner Arnold Schwarzenegger in dessen Kampf um das Amt des Gouverneurs in Kalifornien unterstützt. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund und stellte ein populäres Programm zur Deckelung der Vermögensteuer infrage. Der frühere Bodybuilder Schwarzenegger drohte Buffett daraufhin im Scherz an, er werde seinen Berater mit 500 schmerzhaften Bauchmuskelübungen bestrafen.

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