US-Präsidentschaftswahlkampf
Obama verschärft Ton gegen Clinton

Die Debattenschlachten der Präsidentschaftskandidaten im US-Fernsehen lassen sich kaum noch zählen. Doch jene am Dienstagabend bei MSNBC könnte richtig spannend werden. Denn Barack Obama kämpft mit einer neuen Strategie gegen den Abwärtstrend in den Umfragen. Sie lautet: Mit harten Angriffen gegen seine Rivalin Hillary Clinton endlich wieder Boden gut machen.

WASHINGTON. Nur rund zwei Monate vor den ersten Vorwahlen droht die einstige First LadyClinton, dem restlichen Bewerberfeld weit zu enteilen.

Besonders geschockt haben müssen das Obama-Lager die Ergebnisse einer Umfrage von CBS, die jüngst veröffentlicht wurden. Dabei wurden die Anhänger der Demokraten gefragt, wen von den drei Favoriten – Hillary Clinton, Barak Obama oder John Edwards – sie als Bewerber für das Amt im Weißen Haus nominiert sehen möchten. 51 Prozent nannten den Namen Clinton, 23 Prozent waren für Obama und 13 Prozent für Edwards, den Ex-Senator aus North Carolina. Der Abstand zwischen Clinton und Obama, ohnehin schon groß, wuchs in neue Sphären – und alarmierte das Obama-Camp.

Gehäuft hatten sich zuletzt die Meldungen, dass man im Obama-Lager, das mit so viel Enthusiasmus vor neun Monaten gestartet war, höchst irritiert ist über den hohen Wirkungsgrad der Clinton-Kampagne. Die Senatorin aus New York hat kaum Fehler gemacht und dadurch bislang wenig Angriffsfläche geboten. Die Attacken, die der 46jährige Senator Obama gegen sie reitet, wirken deshalb häufig konstruiert, zumindest aber nicht überzeugend.

Dies gilt vor allem für das Feld der Außenpolitik. So kritisiert Obama Clinton regelmäßig für ihre Zustimmung im Senat 2002 zu einer militärische Operation im Irak. Obama, seinerzeit Senator in Illinois, hatte zwar in der Tat damals vor einem solchen Waffengang gewarnt. Doch mit dem heutigen Wissen im Hinterkopf erscheint es schlichtweg billig, Clinton immer wieder vorzuwerfen, sie hätte die Fallstricke eines solchen Engagements erkennen müssen.

Nicht viel anders verhält es sich mit dem Vorwurf, Hillary Clinton habe George W. Bush eine Art Blankoscheck ausgestellt, indem sie kürzlich einer Senatsresolution zustimmte, die die iranischen Revolutionsgarden als Terrorgruppe brandmarkt. Als Clinton dies bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa von einem Fragesteller unterstellt wurde, stellte sie klar, dass ihr Votum kein Freibrief für Bush sei, Iran anzugreifen. Clinton macht aber kein Hehl daraus, dass sie für eine harte Haltung gegenüber Iran eintritt. Obama sprang aber auch auf dieses Thema – und macht es seither zu einem weiteren Kernpunkt seiner Kritik.

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