US-Raketenschild
Russland sieht Abrüstungsvertrag gefährdet

Der Rüstungsstreit zwischen Russland und Amerika geht in die nächste Runde: Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat den USA vorgeworfen, mit ihrem geplanten Raketenabwehrschild einen neuen Abrüstungsvertrag zu blockieren.
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HB WLADIWOSTOK. Der Schutzschild störe das militärische Gleichgewicht und zwinge Russland dazu, neue offensive Waffensysteme zu entwickeln, sagte Putin am Dienstag in Wladiwostok. Die US-Pläne stellten derzeit das größte Hindernis auf dem Weg zu einem Folgeabkommen des Start-Vertrags dar, der ursprünglich noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden sollte.

„Wenn unsere (amerikanischen) Partner einen solchen Schirm entwickeln, besteht die Gefahr, dass sie sich vollkommen sicher fühlen und machen, was sie wollen“, fügte der Regierungschef hinzu. „Dann wird die Aggressivität sofort steigen.“ Russland sieht die US-Pläne mit großem Argwohn. Mit Rücksicht auf die Regierung in Moskau hat US-Präsident Barack Obama angekündigt, auf Teile des von seinem Vorgänger George W. Bush geplanten Schutzschirms zu verzichten. Ursprünglich waren dazu Anlagen in Polen und Tschechien geplant, die Russland als Bedrohung seiner eigenen nationalen Sicherheit ansieht.

Insgesamt gingen die Start-Gespräche in die richtige Richtung, ergänzte Putin. Dennoch brauche Russland mehr Informationen über das Abwehr-Programm und wolle diese Forderung mit dem neuen Abkommen verknüpfen. Der unmittelbar nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 geschlossene Start-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) ist das bislang umfangreichste Abkommen zur nuklearen Abrüstung. Es war zu Monatsbeginn ausgelaufen. Die angestrebte Neuauflage sieht eine weitere Reduzierung von Atomsprengköpfen, Trägerraketen, U-Booten und Langstreckenbombern vor.

Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew hatte bereits in der vergangenen Woche die Entwicklung einer neuen Generation strategischer Nuklearwaffen angekündigt. Diese Pläne stünden im völligen Einklang mit den Abrüstungsverhandlungen mit den USA, erklärte Medwedjew.

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