US-Regierung
Clinton reicht Nordkorea die Hand zum Frieden

Es könnte vielleicht ein historischer Moment gewesen sein: US-Außenministerin Hillary Clinton hat Nordkorea ein Friedensangebot gemacht. Voraussetzung: Das kommunistische Land muss seine Atompläne beenden.

NEW YORK. US-Außenministerin Hillary Clinton hat sich für eine Normalisierung der Beziehungen zu Nordkorea ausgesprochen, wenn das kommunistische Land sein Atomprogramm aufgibt. Nordkorea müsse "wirklich dazu bereit sein, sein Atomwaffenprogramm vollständig und überprüfbar abzuschaffen", sagte Clinton, kurz vor ihrer ersten Auslandsreise als Ministerin, die sie nach Südkorea, Japan, Indonesien und China führt.

Füge sich das Regime diesen Bedingungen, sei die US-Regierung zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages sowie unter anderem zu Energielieferungen bereit, sagte Clinton. Zugleich sprach sie sich in einer Rede vor der amerikanischen Asien-Gesellschaft in New York für "positive Beziehungen" zu China aus, der letzten Station ihrer Reise. Auf mittlerer Ebene sollen im Laufe des Monats Gespräche zwischen den Militärs beider Länder wieder aufgenommen werden, nachdem sie wegen Waffenverkäufen der USA an Taiwan im vorigen Jahr auf Eis gelegt worden waren.

"Trotz unserer Differenzen bekennen sich die Vereinigten Staaten zum Ziel eines positiven Verhältnisses mit China", sagte Clinton. Dies sei "entscheidend für Amerikas Frieden, Fortschritt und Wohlstand in der Zukunft". Unlängst hatten Äußerungen des neuen amerikanischen Finanzministers Timothy Geithner für Irritationen in Peking gesorgt, China manipuliere seine Währung.

Ihr Fokus auf Asien beruhe auf der Erkenntnis, dass "so viel in der Welt von morgen auf der Energie und den Entscheidungen Asiens abhängt". Dass ihre erste Reise sie nach Fernost führe, solle als "starkes Signal" verstanden werden, dass die USA eine "starke Partnerschaft" über den Pazifik wie über den Atlantik hinweg wollten. Auf der ersten Station der Reise in Japan will Clinton ihren Worten zufolge ein Abkommen unterzeichnen, durch das 8000 US-Soldaten von Okinawa auf die zu den USA gehörende Pazifikinsel Guam verlegt werden.

Das Bündnis der USA mit Japan nannte sie "unerschütterlich". Auch Südkorea bezeichnete Clinton in ihrer Rede als "historischen Verbündeten". Sie wolle sich für einen Ausbau des beiderseitigen Handels einsetzen. Bei ihrem Besuch in Indonesien strebe sie eine Vertiefung der Beziehungen mit dem nach der Bevölkerungszahl größten islamischen Land der Welt an, sagte die Ministerin.

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