US-Regierung soll Bescheid gewusst haben
CIA wusste wenig über irakische ABC-Waffen

Der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA hat zugegeben, nur sehr ungenau über das irakische Waffenarsenal informiert gewesen zu sein. Der US-Regierung soll das Fehlen konkreter Informationen über ABC-Waffen vor dem Irak-Krieg bekannt gewesen sein.

HB BERLIN. Berichte über irakische Massenvernichtungswaffen gibt es zuhauf. Die meisten ähneln sich sehr stark in der Weise, dass sie zu dem Schluss kommen, es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass Ex-Diktator Saddam Hussein über ABC-Waffen verfügt habe. Sowohl britische als auch amerikanische Waffenexperten haben stets die Existenz von Trägersystemen oder Entwicklungslabors verneinen müssen, weil sie schlicht keine fanden. Dass nun der US-Auslandsgeheimdienst CIA eingestanden hat, vor dem Irak-Krieg über keine genauen Informationen zum irakischen Waffenarsenal verfügt zu haben, ist jedoch umso brisanter, als die US-Regierung den Krieg gegen Irak in der Öffentlichkeit hauptsächlich mit diesen Informationen begründet hatte.

In einem CIA-Bericht heißt es jetzt, das Fehlen «spezifischer Informationen» sei dem Weißen Haus im Herbst vergangenen Jahres bereits bekannt gewesen. Die Datenlage sei demzufolge detailliert erläutert worden, schrieb der ehemalige CIA-Analytiker Stuart Cohen in einem am Samstag auf der Website der Behörde veröffentlichten Artikel. Demnach sei schon zu Beginn der «Nationalen Nachrichtendienst-Einschätzung» darauf hingewiesen worden, dass die CIA über keine genauen Daten beispielsweise über irakische Massenvernichtungswaffen verfügt habe, schrieb Cohen weiter, der den damaligen Report als Hauptautor verantwortete.

Zwar sei die CIA zu dem Schluss gekommen, dass das irakische Militär über biologische und chemische Waffen verfügt habe, hieß es in dem Artikel weiter. Jedoch sei auf die «Unzulänglichkeiten» der Erkenntnisse rechtzeitig hingewiesen worden. Zudem seien Zweifel des US-Außen- und Energieministeriums sowie der Luftwaffe an der Darstellung des irakischen Arsenals in den Bericht klar mit einbezogen worden.

Das Weiße Haus hatte sich während der Vorbereitung des Irak-Kriegs mehrfach auf den CIA-Bericht vom vergangenen Jahr berufen, als es von «Beweisen» für die Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen sprach. Bislang wurden solche Waffen allerdings nicht entdeckt. Washington und seine Verbündeten hatten mit der angeblichen Gefahr von Massenvernichtungswaffen den Krieg gegen Irak wesentlich in der Öffentlichkeit begründet.

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