US-Regierung spricht von einem „sehr warmen Treffen“
Schröder spricht mit Bush über Nato-Rolle

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat mit US-Präsident George W. Bush über die Möglichkeit gesprochen, dass die Nato künftig eine eigene Rolle im Irak spielen könnte.

HB BAGDAD/NEW YORK. „Sie diskutierten, ob die Nato eine Rolle im Irak spielen könnte“, sagte ein hoher US-Regierungsvertreter in Sea Island (US-Bundesstaat Georgia) nach dem Treffen der beiden Politiker am Dienstag. Details dazu hätten die beiden nicht erörtert und es sei auch nicht Sinn des Gesprächs gewesen, dazu eine gemeinsame Position zu erarbeiten. „Aber sie stimmten darin überein, über eine mögliche Rolle der Nato in der Zukunft zu sprechen“, ergänzte er.

Nach Angaben aus Kreisen der beiden Teilnehmerstaaten geht es bei der diskutierten Nato-Rolle um das Training von irakischen Streitkräften. Der US-Regierungsvertreter stellte zugleich klar, dass Bush Verständnis für die deutsche Position geäußert habe, keine Truppen in den Irak zu senden.

US-Regierung spricht von einem „sehr warmen Treffen“

Der US-Regierungsvertreter sprach insgesamt von einem menschlich sehr „warmen und produktiven“ Treffen zwischen Schröder und Bush, wie es es seit langem nicht mehr gegeben habe. Ein Hauptpunkt der Unterredung sei die Irak-Politik und die Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat gewesen. „Beide Politiker haben den Willen unterstrichen, gemeinsam zu handeln“, sagte er. Den Streit über den Militäreinsatz im Irak hätten beide Regierungen hinter sich gelassen.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Nahost-Mittelost-Initiative der USA zum wirtschaftlichen Aufbau und zur Stabilisierung der Region gewesen. Beide Politiker seien sich einig gewesen, dass dies die richtige Initiative zur richtigen Zeit sei. Es gehe auch nicht darum, den betreffenden Ländern der Region von außen irgendwelche Konzepte aufzudrängen. Erörtert worden sei auch das Thema der nuklearen Aktivitäten des Iran, die die USA wiederholt hart verurteilt hatten. Die transatlantische Gemeinschaft werde ein deutliches Signal an den Iran aussenden, dass nukleare Waffenprogramm „eine sehr schlechte Idee“ seien und dass das Land zur Zusammenarbeit bei der Lösung dieses Problems aufgefordert werde. Auch Schröder habe eine „skeptische Haltung in einer generellen Weise“ hinsichtlich der Beweggründe für Irans Nuklearpolitik erkennen lassen.

Schröder und Bush trafen kurz vor dem offiziellen Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) im Sea Island.

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