Rex Tillerson

US-Präsident Trump hat den US-Außenminister entlassen.

(Foto: AP)

US-Regierung Trump entlässt Außenminister via Twitter – Tillerson werde „jetzt viel glücklicher sein“

US-Präsident Donald Trump feuert seinen Außenminister Rex Tillerson und macht CIA-Chef Mike Pompeo zum Chefdiplomaten. Aus seinen Beweggründen macht Trump keinen Hehl. Tillerson gibt sich überrascht.
Update: 13.03.2018 - 15:43 Uhr 26 Kommentare

„Trump hat mich aus der Air Force One angerufen“

„Trump hat mich aus der Air Force One angerufen“

WashingtonUS-Präsident Donald Trump entlässt Außenminister Rex Tillerson. Nachfolger werde CIA-Direktor Mike Pompeo, twitterte Trump überraschend am Dienstag. „Danke an Rex Tillerson für seinen Dienst“, schrieb er. Als Grund für den Personalwechsel nannte der Präsident später vor Journalisten unterschiedliche politische Ansichten.

Trump erklärte am Dienstag, er sei mit Tillerson seit „einiger Zeit“ im Gespräch über dessen Zukunft. „Wir hatten unterschiedliche Ansichten“, sagte der Präsident vor Journalisten. Als ein Beispiel nannte er das Atomabkommen mit dem Iran. Er habe aus dem Deal aussteigen oder etwas anderes damit machen wollen, Tillerson sei anderer Meinung gewesen.

Die Entscheidung zum Rauswurf seines Chefdiplomaten habe er selbst getroffen, sagte Trump weiter. Tillerson und er hätten „seit langem darüber gesprochen“. Tillerson werde „jetzt viel glücklicher“ sein, so Trump. Der personelle Wechsel erfolgt inmitten der wichtigen Vorbereitungen auf das Treffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un.

Pompeo „wird einen fantastischen Job machen“, twitterte Trump. Später ergänzte er vor Journalisten, Pompeo und er hätten eine sehr ähnliche Denkweise. Nachfolgerin von Pompeo als CIA-Chefin werde Vize-Direktorin Gina Haspel, die laut Trump die erste Frau auf diesem Posten sein wird. Beide Posten müssen vom Senat bestätigt werden.

Tillersons Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Er habe nicht mit Trump gesprochen und kenne die Gründe für seine Entlassung nicht, teilte Tillerson mit. Er habe die Absicht gehabt, im Amt zu bleiben. Tillersons Staatssekretär im Außenministerium, Steve Goldstein, bestätigte diese Darstellung am Dienstag auf Twitter.

An den Märkten weitete der Euro als Reaktion auf die erneute Personalrochade in der US-Regierung seine Gewinne gegenüber dem Dollar aus. Der Goldpreis stieg: Die „Antikrisen-Währung“ drehte ins Plus und notierte 0,2 Prozent im Plus bei 1.325,85 Dollar je Feinunze. Zwar komme die Tillerson-Entlassung nicht überraschend, sagte ein Händler. Aber es zeige die vielen Unabwägbarkeiten in der Regierung von Präsident Donald Trump. Tillerson-Nachfolger soll der bisherige CIA-Chef Mike Pompeo werden.

Mit Pompeo setzt Trump auf einen ihm stets loyalen Mann. Der 54-Jährige gilt als stramm konservativ und liegt ganz auf Trumps harter Linie, was den Iran und Nordkorea angeht. Die US-Demokraten wünschen sich von Präsident Donald Trumps Kandidat für das Außenministerium eine härtere Gangart gegenüber Russland und dessen Präsident Wladimir Putin. Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, brachte am Dienstag die Hoffnung zum Ausdruck, Pompeo werde als US-Außenminister ein neues Kapitel in der Russland-Politik der Trump-Regierung aufschlagen.

Im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, Tillerson könnte zurücktreten oder Trump könnte ihn feuern. Der gebürtige Texaner und frühere Vorsitzenden des Energieriesen ExxonMobil dementierte dies aber stets. Nach einem Bericht der „Washington Post“ forderte Trump Tillerson am vergangenen Freitag zu dem Rücktritt auf. Die Zeitung schrieb, der Präsident sei der Meinung gewesen, der Schritt sei wichtig gewesen. Er habe sicherstellen wollen, dass es vor den Gesprächen mit Nordkorea ein neues Team gebe.

Die Entwicklung reiht sich ein in eine Reihe zahlreicher Personalwechsel in den vergangenen Monaten. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen.

Gerade erst CIA-Chef, bald schon US-Außenminister. Quelle: AFP
Mike Pompeo

Gerade erst CIA-Chef, bald schon US-Außenminister.

(Foto: AFP)

Bereits am Montag wurde der persönliche Assistent von Trump, John McEntee, gefeuert. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, wurde er am Montag aus dem Weißen Haus eskortiert. Grund für die Entlassung sei ein nicht näher genanntes Sicherheitsproblem, berichtet die Zeitung. Das Weiße Haus wollte den Fall nicht kommentieren. McEntee gehört zu den dienstältesten Beratern Trumps und hatte schon in den Anfängen seines Wahlkampf für ihn gearbeitet.

In der Vergangenheit war es wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Tillerson gekommen. Immer wieder war über Tillersons Ablösung spekuliert worden. Tillerson hatte immer wieder Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden, etwa was den Konflikt mit Nordkorea angeht.

Der Chefdiplomat warb stets vehement für eine diplomatische Lösung der Krise, während Trump auch immer wieder mit militärischen Schritten drohte. Der Präsident brüskierte seinen Minister im Herbst sogar öffentlich. Er schrieb auf Twitter, er habe Tillerson gesagt, dass dieser seine Zeit vergeude, indem er mit Nordkorea verhandeln wolle.

Im vergangenen Oktober berichtete der Sender NBC News, Tillerson habe Trump als „Schwachkopf“ bezeichnet. Der Minister dementierte diese Darstellung nie direkt und wich Fragen dazu stets aus.

Am Montag schloss er sich der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Tillerson galt als erster US-Außenminister ohne jede Erfahrung in der Politik. Der 65-Jährige Texaner war zuvor Chef von Exxon Mobil, eines der weltgrößten Ölkonzerne. Unter deutschen Diplomaten galt Tillerson gemeinsam mit Verteidigungsminister Mattis als Achse der Vernunft in der US-Regierung.

Einige der engsten Verbindungen hat Tillerson nach Russland, mit Präsident Wladimir Putin versteht er sich auch persönlich gut. 2013 zeichnete Putin ihn mit einem Orden der Freundschaft aus. Tillerson hält nichts von Sanktionen gegen Moskau.

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26 Kommentare zu "US-Regierung: Trump entlässt Außenminister via Twitter – Tillerson werde „jetzt viel glücklicher sein“"

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  • Zur Schlagzeile des Titelthemas „Chaos im Weißen Haus“ heute im HB auf den Seiten 6 und 7 (handelsblatt.com/my/politik/international/rausschmiss-von-us-aussenminister-tillerson-macht-platz-fuer-den-naechsten-hardliner-im-weissen-haus/21065364.html):

    „Kein Platz für Diplomaten“

    Wenn für Diplomaten kein Platz mehr auf der Welt ist, weil sie von „Hardlinern“ verdrängt werden, muss die Diplomatie (im Grunde die vornehmere Bezeichnung für „Politik“) sich völlig neu erfinden.

    Anders geht es nicht. So kann es nicht weitergehen.

  • Bitte übersetzen, Google ist überfordert, Herr Woodley und ich kann mich nicht erinnern, daß wie Bruderschaft getrunken haben. Du und Deinen wird groß geschrieben aber die zahlreichen Opfer der Systemschulen merken ohnehin nichts.
    Herr Chris Woodley
    13.03.2018, 18:42 Uhr
    @ PETER SPIEGEL ... machst du das eigentlich hauptberuflich hier mit deinen Kommentaren ?

  • @ PETER SPIEGEL ... machst du das eigentlich hauptberuflich hier mit deinen Kommentaren ?

  • Besonders einfälltig darf sich der Bürge(r) in der EU nennen, der meint er könne ohne die Amis weiter leben wie bisher. Diese Suppenküchen-Vereinigung,, genannt EU, die ihre Grenzen nicht verteidigen kann, weiß natürlich, wie man weiterhin die Nummer eins ist auf dieser Welt bleibt, weil sie es schon so lange Loser sind. Die die etwas darüber wissen, wie die Briten, sind auf der Flucht vor dieser Suppen-Küchen-Intelligenzija , deren geistige Brut hier ihre Weisheiten verbreitet, solange es Essensmarken gibt. Nur wohin werden sie laufen, wenn das Chappi nicht mehr von den Amis kommt ?

  • Ja, der Herr Tillerson wird sicherlich viel glücklicher sein. Alleine schon mit den 180 Mio. die er von Exxon als Abfindung bekommen hat...

  • @ Wolfram Börder

    Ich liebe meine Heimat trotz allem. Meine Landsleute kann ich nicht ändern - ich kann nur mich selber ändern. In Amiland gibt es beispielsweise auch keine herrlichen mittelalterlichen Burgen und Fachwerkhäuser. ;-)

    @ Robbie McGuire

    China als Volkswirtschaft hat ein gewaltiges Problem: es muss >1,3 Milliarden Menschen ernähren, und es ist nicht autark. Deshalb haben die Chinesen in den letzten Jahren auch verstärkt "Land Grabbing" betrieben. Die USA (und auch Russland!!) können sich dagegen "selbst genügen".
    Den jahrzehntelangen "Deal" zwischen den USA und China kann man wie folgt beschreiben: NUR China war in der Lage, Dollar-Schulden-Müll (US-Treasuries) in Billionen-Höhe abzunehmen. Die Amis konnten sich dadurch viele schöne nützliche (und unnütze) Dinge leisten - und im Gegenzug konnte Chinas Wirtschaft dadurch im Jahr zweistellig wachsen. OHNE den amerikanischen Markt gibt es kein zweistelliges Wachstum mehr für die Chinesen. China MUSS jedoch importieren (sonst gibt es u.a. eben viele hungrige Chinesen), Amerika dagegen muss NICHT UNBEDINGT importieren. Es kann sich viel leichter darauf konzentrieren, sein verheerendes Handelsdefizit abzubauen.
    Insbesondere die Versorgung Chinas mit Lebensmitteln ist also dessen Achillesferse...

  • @ PETER SPIEGEL ... machst du das eigentlich hauptberuflich hier mit deinen Kommentaren ?

  • Die USA stehen am Scheideweg und der Nachfolger steht schon in den Startlöchern: die Volksrepublik China. Und Donald Trump merkt nichts, aber auch garnichts. Der ist zu sehr mit dem kontinuierlichen Auswechseln seiner Mannschaft befasst.

  • @Helmut Metz:
    "Die USA haben eindeutig Zukunft, Deutschland dagegen nicht."
    Einfache Lösung: Einfach in die USA übersiedeln! Aber ich möchte wetten, dazu fehlt dann doch der Mumm.....

  • Herr Wolfram Börder
    13.03.2018, 16:43 Uhr

    ... und sie sind mit einem phänomenalem Gedächtnis ausgestattet. Insofern hinkt mein Vergleich mit dem aktuellen amerikanischen Präsidenten wirklich.

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