US-Regierung: Wir ändern unsere Haltung nicht: Iran strebt 20 Atomkraftwerke an

US-Regierung: Wir ändern unsere Haltung nicht
Iran strebt 20 Atomkraftwerke an

Ungeachtet der weltweiten Kritik an seinem Atomprogramm will der Iran den Ausbau der Kernenergie massiv vorantreiben und an der umstrittenen Urananreicherung festhalten.

HB TEHERAN/WIEN/WASHINGTON. Sein Land benötige „mindestens 20 Kernkraftwerke mit jeweils 1000 Megawatt Leistung“, um seinen Energiebedarf für die Zukunft zudecken, sagte Außenminister Kamal Charrasi am Dienstag auf einer internationalen Konferenz am Persischen Golf. Dieser „unbestreitbare Bedarf von 20 000 Megawatt“ rechtfertige auch die Bemühungen Teherans, „den benötigten Brennstoff selbst zu produzieren“.

Charrasi dämpfte damit europäische Hoffnungen, Iran über Verhandlungen und wirtschaftliche Zugeständnisse zum vollständigen Verzicht auf die umstrittene Urananreicherung bewegen zu können. Hochangereichertes Uran kann sowohl zum Bau von Kernkraftwerken als auch für Atombomben verwendet werden. Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden in der kommenden Woche ihre Verhandlungen mit Teheran über verbesserte politische und Handelsbeziehungen fortsetzen. Russland hatte am Montag angekündigt, nach der Fertigstellung des iranischen Kernkraftwerks Buschehr Mitte 2006 noch bis zu sechs weitere Atommeiler in dem Land bauen zu wollen.

Inzwischen betonte eine Sprecher des Weißen Hauses in Washington, US-Präsident George W. Bush habe noch nicht entschieden, ob und wie die US-Regierung ihre Politik im Atomstreit mit Iran ändern werde. Bushs Sprecher Scott McClellan bestätigte allerdings am Montag Berichte, wonach die US-Regierung Vorschläge der EU prüft, wie Iran die Aufgabe seines Atomprogramms erleichtert werden kann. Dazu gehören Wirtschaftsanreize wie die Aufgabe des US-Widerstands gegen einen Beitritt Teherans zur Welthandelsorganisation (WTO).

„Wir sind die ganze Zeit in engem Kontakt mit unseren europäischen Freunden gewesen“, sagte McClellan. „Wir wollen, dass ihre Anstrengungen erfolgreich sind. Wir haben das gemeinsame Ziel, dass Iran seine Atomwaffenambitionen aufgibt.“ Zur Begründung der möglichen Kursänderung führte McClellan an, dass Iran in jüngster Zeit besser mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien zusammengearbeitet habe.

Der Gouverneursrat der IAEO in Wien begann inzwischen mit Beratungen über die jüngsten IAEO-Inspektionen iranischer Atomanlagen. Nach Angaben ihres Generaldirektors Mohammed el Baradei hat die UN-Atombehörde bei den seit mehr als einem Jahr andauernden Inspektionen iranischer Atomanlagen „Fortschritte gemacht“. Allerdings müsse Teheran künftig „aktiv“ mitarbeiten, um alle Details des 20 Jahre lang geheimen iranischen Atomprogramms aufzudecken.

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