US-Reise von Justin Trudeau
Kanada ist bei Nafta-Verhandlungen „auf alles vorbereitet“

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Mexiko wird keinem Vertrag zustimmen, das dem Land schadet

Mexikos Botschafter in den USA, Geronimo Gutierrez, sagte der kanadischen Zeitung „Globe and Mail“, sein Land stelle sich auf die Möglichkeit ein, dass sich die USA aus dem Nafta-Abkommen zurückziehen. Mexiko werde weiter ernsthaft und konstruktiv verhandeln, aber es sei auch klar, dass Mexiko eher die Verhandlungen verlassen werde, als einem Vertrag zuzustimmen, der ihm schade.

Die US-Regierung hatte in den Tagen vor der neuen Nafta-Runde mit Entscheidungen, Strafzölle gegen das kanadische Unternehmen Bombardier zu erheben, die Verhandlungen zusätzlich belastet. Die USA zeigten damit, dass sie mit harten Bandagen kämpfen. Nachdem das US-Handelsministerium Ende September bereits eine 220-prozentige Zollgebühr auf Flugzeuge der C-Serie des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier erhoben hatte, wurde am Freitag zusätzlich ein 80-prozentiger Antidumpingzoll bekannt gegeben. Damit würde der Preis für Bombardier-Flugzeuge auf dem US-Markt verdreifacht.

Der US-Konkurrent Boeing wirft Bombardier vor, es könne wegen Beihilfen Kanadas und der Provinz Quebec seine Flugzeuge deutlich billiger anbieten, eine Sichtweise, die die US-Regierung übernahm, der Kanada aber heftig widerspricht. Trudeau machte nach eigenen Aussagen in dem Gespräch mit Trump deutlich, dass Kanada diese Entscheidungen „sehr negativ“ bewerte und für ungerechtfertigt und inakzeptabel halte.

Damit sei auch klar, dass Kanada bei Entscheidungen über Flugzeugkäufe für sein Militär nicht mit Boeing verhandeln werde. Neben dem Streit um Bauholzexporte Kanadas und die Hürden, die Kanada für die Einfuhr von Milchprodukten aus den USA aufgebaut hat, ist der Streit um Bombardier eine weitere Belastung der ohnehin angespannten Handelsgespräche.

Gerd Braune
Gerd Braune
Handelsblatt / Korrespondent, Kanada

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