US-Repräsentantenhaus
Paul Ryan kandidiert – widerwillig

Der US-Kongressabgeordnete Paul Ryan will für Vorsitz des Repräsentantenhauses kandidieren. Doch der Republikaner stellt seinen Parteifreunden Bedingungen.

WashingtonDie US-Republikaner haben möglicherweise einen Kandidaten für eine der wichtigsten Positionen in der US-Innenpolitik gefunden, den „Speaker of the House“: Der republikanische Kongressabgeordnete Paul Ryan will für den Vorsitz des US-Repräsentantenhauses kandidieren – hat dafür aber einige Bedingungen gestellt. Ryan forderte seine Parteikollegen am Dienstag auf, sich geschlossen hinter ihn zu stellen. „Wenn ich wirklich eine einigende Figur sein kann, bin ich gerne bereit zu dienen“, sagte der 45-Jährige, der als republikanischer Kandidat für die Vizepräsidentschaft bei den Wahlen 2012 verloren hatte.

Ryan forderte zudem einige Änderungen, um den ständigen politischen Stillstand im Kongress zu beenden. Die Öffentlichkeit mache die Republikaner für die Blockade verantwortlich, sagte Ryan. „Wir sind das Problem geworden.“ Wenn ihm seine Parteikollegen den Vorsitz anvertrauten, „dann will ich, dass wir die Lösung werden“, fügte er hinzu.

Ryan, der kleine Kinder hat und jedes Wochenende zu seiner Familie nach Wisconsin fährt, stellte außerdem klar, dass er nicht auf die Zeit mit seiner Familie verzichten werde. Ryan hat seinen Parteifreunden bis Freitag Zeit gegeben, um über seine Bedingungen nachzudenken.

Ende September hatte der bisherige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, unter dem Druck des erzkonservativen Flügels der Partei seinen Rücktritt angekündigt. Zunächst galt Boehners Stellvertreter Kevin McCarthy als Favorit für die Nachfolge. Vor zwei Wochen zog er sich aber überraschend aus dem Rennen zurück, nachdem sich 40 erzkonservative Abgeordnete von ihm distanziert hatte. Nach McCarthys Rückzug war Ryan gedrängt worden, für das Amt zu kandidieren. Er hatte jedoch lange gezögert.

Boehner, protokollarisch die Nummer drei im Staat, will Ende Oktober sein Amt als Vorsitzender des Repräsentantenhauses und auch sein Abgeordnetenmandat niederlegen. Die Republikaner verfügen in Repräsentantenhaus und Senat, also in beiden Kammern des US-Kongresses, über eine Mehrheit. Mit zahlreichen Initiativen machten sie Präsident Barack Obama von den Demokraten in den vergangenen Monaten das Regieren schwer. Vertreter des erzkonservativen Flügels der Republikaner hatten Boehners Kurs jedoch noch als zu kompromissbereit kritisiert.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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