US-Rettungspaket
USA zwingen Banken Kapital auf

Die US-Regierung will mit 250 Mrd. Dollar in die US-Banken-Branche einsteigen. Das Rettungspaket folgt dem Muster, das europäische Staaten wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich in den vergangenen Tagen vorgegeben haben. Es ist Teil des 700-Mrd.-Euro-Programms, das ursprünglich vor allem den Rückkauf toxischer Wertpapiere vorsah.

NEW YORK/WASHINGTON. Mit einem aggressiven Rettungsplan, der den betroffenen Banken keine Wahl lässt, will die US-Regierung das Finanzsystem vor dem Kollaps retten. Finanzminister Hank Paulson kauft für 250 Mrd. Dollar Aktien von US-Geldhäusern. Außerdem wird die Regierung neue Schuldpapiere der Banken für einen Zeitraum von drei Jahren garantieren. Das soll die Vertrauenskrise in der Branche beenden und die Institute dazu bringen, sich gegenseitig wieder Geld zu leihen. Dritter Teil ist eine Staatsgarantie für bestimmte Bankkonten, die vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt werden.

Das US-Paket folgt dem Muster, das europäische Staaten wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich in den vergangenen Tagen vorgegeben haben. Es ist Teil des 700-Mrd.-Euro-Programms, das ursprünglich vor allem den Rückkauf toxischer Wertpapiere vorsah. Für Paulson bedeutet das eine Kehrtwende. Bisher lehnte die US-Regierung die direkte Beteiligung an Banken ab.

Die Investoren reagierten zunächst erleichtert auf den neuen Rettungsplan. Im frühen Handel stieg der Dow-Jones-Index an der New Yorker Börse um drei Prozent, nachdem er bereits am Vortag um elf Prozent gestiegen war. Bankenwerte verbuchten Kursgewinne im zweistelligen Prozentbereich. Später gingen die Kursgewinne wieder verloren. Grund war die Furcht, dass sich eine Rezession in den Industriestaaten trotz der Beruhigung im Finanzsektor nicht vermeiden lässt.

Die Hälfte des 250 Mrd. Dollar schweren Pakets will Paulson direkt in neun führende US-Banken investieren, der Rest soll Tausenden kleineren Instituten zugute kommen. Außerdem will die US-Regierung von Fall zu Fall über Hilfen für Unternehmen, die vor der Pleite stehen, entscheiden.

Im Lager der Großbanken stößt die Staatsbeteiligung allerdings nicht in allen Fällen auf Gegenliebe. Finanzminister Paulson hatte die Manager der betroffenen Banken am Montag in Washington versammelt und ihnen seine Pläne vorgestellt. Dabei habe er die Teilnehmer vor vollendete Tatsachen gestellt, heißt es in Finanzkreisen. Zum Wohl des gesamten Finanzsystems müssten die Banken das Staatsinvestment akzeptieren. „Nicht alle Banken brauchen das Geld der Regierung, und nicht alle wollten es“, heißt es aus Kreisen eines der betroffenen Institute. Aber Paulson habe „keinen Zweifel daran gelassen, dass er auf die Umsetzung des Plans großen Wert legt“.

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