US-Rettungsplan
Bush sucht Hilfe bei Obama und McCain

Als Präsident George W. Bush am Mittwochabend in dramatischen Worten seinen Landsleuten den Ernst der wirtschaftlichen Lage erklärte, war er sich bereits sicher, dass sein Appell Erfolg haben würde. Denn hinter den Kulissen hatte es am Nachmittag desselben Tages so viel Bewegung gegeben, dass eine Blockade des Rettungspaketes durch den Kongress immer unwahrscheinlicher wurde.

WASHINGTON. In wesentlichen Punkten war das Weiße Haus den Demokraten und Republikanern entgegengekommen. Damit war es nur eine Frage der Zeit, bis die letzten kritischen Fragen geklärt würden.

Die Regierung hatte sich dabei zu zwei wesentlichen Zugeständnissen durchgerungen: Zum einen zeigte sich das Weiße Haus bereit, die Boni für jene Bankmanager zu begrenzen, die von dem Rettungsplan profitieren würden. Und zudem wurde signalisiert, dass man auch über die Übertragung von Anteilen der geretteten Firmen an den Staat nachdenken könne - als Ausgleich für die wirtschaftlichen Vorteile durch die regierungsamtliche Nothilfe. Im Gegenzug ließen die Demokraten ihre Forderung fallen, dass Gerichte eigenständig die Rückzahlungskonditionen für säumige Hypothekenschuldner ändern können. Damit war der Weg für eine Kooperation der unterschiedlichen Lager frei.

In seiner kurzfristig anberaumten Ansprache warnte Bush dann vor einer "langen und schmerzlichen Rezession", in die die USA schlittern könnten, sollte das Rettungspaket nicht verabschiedet werden. "Unsere gesamte Volkswirtschaft ist in Gefahr", sagte Bush am Mittwochabend im US-Fernsehen. Unterstrichen wurde die Dringlichkeit seiner Worte noch durch Bushs Einladung an die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain, zu einem Krisentreffen nach Washington zu kommen.

Zuvor schon hatte sich Finanzminister Henry Paulson dem wachsenden Unmut von Abgeordneten ausgesetzt gesehen. Bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses hatten diese dem Architekten des Rettungsplans klargemacht, wie groß der Ärger der Bürger darüber ist, dass der amerikanische Steuerzahler für die Versäumnisse von Regierung, Kongress und Wall Street aufkommen soll.

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