US-Schuldengespräche gescheitert
Amerika verweigert die Diät

Washingtons Super-Komitee, das einen Weg aus der Schuldenkrise weisen sollte, ist grandios gescheitert. Jetzt meldet sich Amerika erst einmal zum Thanksgiving-Truthahn ab - und die Probleme wachsen weiter.
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WashingtonEs war später Nachmittag, die Sonne neigte sich bereits am Washingtoner Herbsthimmel, als es in Zimmer 208 des Russell Building nahe des Kapitols noch einmal richtig zur Sache ging. Sechs Abgeordnete von Demokraten und Republikanern quetschten sich ins Büro von Senator John Kerry, um das Unabwendbare doch noch abzuwenden.

Doch es half nichts. Die Politiker, Top-Verhandler eines der mächtigsten Sonderausschüsse der US-Geschichte, konnten sich einfach nicht einigen. Das überparteiliche „Super Committee“, das seit Anfang September nach einem gemeinsamen Weg aus der Schuldenkrise gesucht hatte, ist gescheitert. Es sollte nach Möglichkeiten fahnden, mindestens 1,2 Billionen Dollar für die nächsten zehn Jahre aus dem Haushalt zu schneiden, um Einschnitte nach dem Rasenmäher-Prinzip zu vermeiden.

Am Montagabend war es dann die Aufgabe der beiden Vorsitzenden, das Debakel in Worte zu fassen: „Nach Monaten harter Arbeit und intensiver Überlegungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es nicht möglich sein wird, irgendeine parteiübergreifende Vereinbarung zu erreichen“, teilten der Republikaner Jeb Hensarling und die Demokratin Patty Murray mit.

Dabei hätten es die zwölf Abgeordneten – je sechs aus jeder Partei – in der Hand gehabt, wo der Staat sparen und wo er mehr Geld einnehmen soll. Doch die Parteien blieben unbeweglich: Die Demokraten etwa wollten Steuern für Reiche erhöhen und lehnten größere Einschnitte im sozialen Bereich ab. Die Republikaner stemmten sich gegen jede Steuererhöhung, lieber sollte der Staat kräftig sparen.

Hensarling und Murray verbreiteten allerdings auch Optimismus, und zwar auf unfreiwillig komische Art: „Wir beenden diesen Prozess vereint in dem Glauben“, heißt es in der Mitteilung weiter, „dass die nationale Schuldenkrise angepackt werden muss und dass wir sie nicht der nächsten Generation hinterlassen können“.

Dieser Satz war symptomatisch, zeigte er doch das ganze Elend der derzeitigen Politik in Washington: Republikaner und Demokraten können sich nur noch darauf einigen, dass das Land ein Problem hat – 15 Billionen Dollar Schulden. Mehr ist nicht drin. Die Parteien stecken unversöhnlich in ihren Lagern fest.

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  • Wüsste man allerdings darüber Bescheid, was es bedeutete, wenn Stalin Millionen neue Lederstiefel an die Grenze stellte, in Richtung der seine Truppen marschierten, dann wüsste man auch, dass er sehr wohl dazu beitrug, den Krieg vom Zaun zu brechen. Trotz des Molotow-Ribbentrop-Paktes waren die Truppen losmarschiert, was die deutschen in Zugzwang brachte, sobald sie diesen symbolischen Akt durch deren Aufklärer erfuhren.

    Außerdem ist es, wenn ein Land Krieg beginnt und sich ständig verschworene, andere Länder einmischen, erst ein Weltkrieg, sobald eine gewisse Anzahl an Ländern der verschiedenen Erdteile gegeneinander kämpfen. Die Ursache des Krieges mag man eventuell den Germanen zuschreiben, die Frage aber ist: Wer aber hat den Weltkrieg zu verantworten?

    Auf gar keinen Fall die Deutschen! Es heißt über den Krieg nicht umsonst: "Der Krieg, der viele Väter hatte" und "Der Sieger schreibt die Geschichte"!

    Nähere Informationen verschaffen Sie sich mittels des gleichnamigen Buches "Der Krieg, der viele Väter hatte" und/oder diverser anderer Quellen. Gut ist es auch, die Meinung des ehemaligen russischen GRU-Geheimagenten "Wladimir Resun" mit einzubeziehen, der brisante Details öffentlich machte, die Deutschland stark entlasten. Nachzulesen in seinem Buch "Der Eisbrecher" oder anzusehen auf der DVD namens "Der letzte Mythos".

    Natürlich haben sich Geschichtswissenschafter bald dagegen gewandt, was bei solchen Veröffentlichungen nichts ungewöhnliches ist. Neue Erkenntnisse werden meistens zuerst angefochten und später doch akzeptiert, was es leider nicht leichter macht, die Wahrheit herauszufinden. Und umso weiter man sich vom Zeitpunkt einer Tat entfernt, umso mehr Thesen gibt es, was nichts anderes bedeutet, als dass mit der Zeit die Verfälschung das größte Ausmaß annimmt und die Lügen wachsen.

    PS: Geschichte lässt sich nicht beweisen! Und: Jeder Staat lehrt die Geschichte so, wie es seiner Vorstellung am besten entspricht.

  • "...was noch gefehlt hätte wäre irgendein marketing-link zu einer Bewsserwisser Site...."
    Wieso fehlt ein Link zu einer Bewsserwisser Site, fuer dumme Kommentare sind Sie doch zustaendig.

  • Brenne, brenne, schöne Stadt,
    ich habe deine Bürger satt.
    Brenne, brenne, lichterloh,
    so werde meine Seele froh! (EK)

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