US-Schuldenkrise
Obama beruft Treffen für Finanzgespräche ein

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Die Fronten sind allerdings verhärtet. Seit dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern weisen sich die Parteien gegenseitig die Schuld dafür zu. Größter Streitpunkt sind die Steuern. Die Demokraten von Obama wollen die Belastungen für wohlhabende Amerikaner erhöhen, um den Staatshaushalt zu entlasten. Die Republikaner sind strikt gegen jede Form von Steuererhöhung, weil sie fürchten, dass dadurch noch mehr Menschen ohne Job dastehen. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei mehr als neun Prozent, für US-Verhältnisse immens hoch.

Vor der neuen Gesprächsrunde zeigten sich die Republikaner skeptisch. Ein weiteres Treffen mache keinen Unterschied in der Sache, hieß es. „Ich spreche gerne über diese Themen im Weißen Haus, aber solche Diskussionen sind fruchtlos, so lange der Präsident die wirtschaftliche und rechtliche Realität nicht anerkennt“, erklärte der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner. „Die Gesetze, die der Präsident vorgeschlagen hat - welche die Steuern für kleine Firmen steigen lassen und noch mehr amerikanische Jobs vernichten würden - können das Repräsentantenhaus nicht passieren, wie ich wiederholt gesagt habe.“ Sein Kollege im Senat, Mitch McConnell, sagte, er betrachte das anberaumte Treffen als Gelegenheit, zu sehen, ob der Präsident sich letztlich ernsthaft darum bemühe, das Defizit zu senken.

Die Nerven scheinen zunehmend blank zu liegen. Obama warf den Republikanern zuletzt vor, sich wie faule Schulkinder zu benehmen, die ihre Hausaufgaben nicht machen wollten. Demokratische Abgeordnete warfen ihrem politischen Gegner vor, die US-Wirtschaft sabotieren zu wollen. Die Republikaner nahmen ebenfalls kein Blatt vor den Mund. „Washington ist süchtig, Geld auszugeben und der Chef-Süchtige ist der Präsident“, hatte Senator Jim DeMint gesagt.

Ein Kompromissvorschlag ist derzeit nicht abzusehen. Obama sagte, er habe über das vergangene Wochenende über den Unabhängigkeitstag am 4. Juli viele Gespräche mit Vertretern beider Parteien geführt. „Wir haben Fortschritte gemacht und ich denke, dass noch mehr in Sicht ist. Ich will aber niemandem etwas vormachen, es gibt noch ein paar wirkliche Differenzen“, sagte Obama. Ein Glück, dass ihm wenigstens sein Finanzminister Timothy Geithner offenbar vorerst doch nicht abkommen kommt - wie vergangene Woche spekuliert worden war. Der Finanzminister ist der letzte verbliebene Top-Berater aus dem Wirtschaftsteam, mit dem Obama vor rund zwei Jahren antrat. Das Präsidialamt teilte mit, Geithner habe Obama nichts von einem baldigen Rücktritt mitgeteilt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Schuldenkrise: Obama beruft Treffen für Finanzgespräche ein"

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  • Emperor Obama has no clothes !
    ======================================

    Obamas Wirtschaftsteam verlaesst das sinkende Schiff wie die Ratten, genau rechtzeitig nachdem sie abgewirtschaftet haben.

    Obama is ein Blender : YES WE CAN.


    Next: QE3, QE4, QE5, QE6, QE7, QE8

    Nur die Namensgebung dieser Programme werden sich laeufend aendern.... MONEY PRINTING, its so cool !

    Barack Hussein: We Germans know, only Gold is MONEY.

    Your banker buddies at Goldman Sachs and JP Morgan are YOUR problem now (paper short positions at COMEX), because we buy physical precious metals only.

    And stick your ETF's where the sun dont shine ...

    Good Luck !

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