US-Schuldenkrise
S&P-Geschäftsführer knöpft sich die USA vor

Der Geschäftsführer der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P), John Chambers, kritisiert die US-Haushaltspolitik und das Fehlverhalten der Politiker. Dagegen lobt er Deutschland als vorbildlich.
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Harte Worte muss sich die Politik in Washington in diesem Tagen über ihre Haushaltspolitik anhören. „Die USA waren über lange Zeit ein Land mit starken Checks and Balances. Aber die derzeitige Debatte um die Anhebung des Schuldenlimits ist abträglich“, sagte John Chambers, Geschäftsführer bei S&P am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit der USA bezeichnete er als hausgemachtes Problem.

Zuvor hatte sich die wichtige Lobbyorganisation Financial Services Forum, der Wall-Street Schwergewichte wie Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein und JPMorgan-Chef Jamie Dimon angehören, in einem Brandbrief an Präsident Barack Obama und die Mitglieder des Kongresses gewandt. In dem Schreiben warnen sie vor den Konsequenzen eines Scheiterns der Gespräche um die Anhebung der Schuldenobergrenze.

„Die Folgen der Tatenlosigkeit wären gravierend - für unsere Wirtschaft, für unseren ohnehin schwächelnden Arbeitsmarkt, für die finanziellen Verhältnisse unserer Firmen und Familien und für Amerikas wirtschaftliche Führungsrolle in der Welt“, zitierte der Finanzdienstleister Bloomberg aus dem Schreiben des Financial Services Forum.

Seit Wochen verhandeln Republikaner und Demokraten in Washington über die Anhebung des derzeit bei 14,3 Billionen Dollar liegenden Schuldenlimits. Gelingt bis zum 2. August keine Einigung, kann die Regierung kein weiteres Geld mehr aufnehmen. Es droht die Zahlungsunfähigkeit.

Beide Parteien haben unterschiedliche Auffassungen davon, wie stark das Schuldenlimit angehoben werden soll und welches Volumen das zusätzlich geplante Haushaltssanierungsgesetz haben soll. Allgemein wird erwartet, dass die Parteien bis Sonntagabend vor Öffnung der asiatischen Märkte eine Lösung benötigen, weil das Land  sonst eine Herabstufung der Bonitätsnote riskiert und die Märkte darauf mit schweren Verwerfungen reagieren könnten.

Kommentare zu " US-Schuldenkrise: S&P-Geschäftsführer knöpft sich die USA vor"

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  • @ Benders
    Danke für die Löschung aber mit einer Richtigstellung könnte ich mich noch besser anfreunden.
    Gruß
    Tom

  • Nun zu meiner eigenen Meinung über den Schuldenstreit.
    Man darf nicht vergessen das die USA sich aus allen Kriesen gewachsen sind. Dieses Land schreit nach Investoren und Wirtschaftswachstum. Desshalb denke ich haben die Raitingagenturen die best Note noch beibehalten.
    Der Schulden Streit ist meines Erachtens nur ein Politisches, zur Wahl benötigetes, Mittel.
    Auch wenn bei der nächsten Wahl in den USA ein Republikaner gewinnt, geht die Welt nicht unter.
    Mit Sorge betrachte ich aber deren Vorgehen die Demokratische Regierung zu Untergraben und dadurch die Steuer Freiheiten der Reichen, zu Lasten der Armen, retten zu wollen.
    Auf all das haben wir leider keinen Einfluss und wir müssten uns mit Recht über das
    "worst case scenario" Gedanken machen, denn ein Zahlungsausfall der USA würde nicht die USA selbst am schlimmsten treffen sondern die restliche Welt. Allen voran China die damit Jahre zurückgeworfen werden, das ist wie ein Dominostein und die Weltwirtschaft wird tatsächlich insgesammt einen schweren schlag bekommen. Die Folgen sind nicht absehbar.
    Die USA Importieren zwar viele Waren aber die Unternehmen sind nicht so stark abhängig von der Weltwirtschaft wie unsere.
    In diesem Sinne Gute Nacht...
    TomH

  • @ peter.golle@googlemail.com
    Die Qulität die hier als "neue" Schlagzeile dargeboten wird ist, gelinde gesagt, annehmbar.
    Das Handelsblatt scheint es sich zur Religion gemacht zu haben, in neuen Artikeln einfach alte einzukopieren. Dies ist mir schon des öfteren aufgefallen und deshalb lese ich mitlerweile auch lieber "Die Zeit".
    @ POPPER
    Weiter Geld zu drucken löst kein substantives Problem in der Gesellschaft und bei leibe versuchen Sie nur durch leugnen keine Angst vor dem Fall der Fälle bekommen.
    Wo ist Ihre eigene Meinung zu diesem Thema?
    @ Fortuna
    Die "wenigsten" also haben was genau realisier?
    Was genau haben Sie realisiert? Zu Welchem ausgewählten Klub gehören Sie wenn sie die mehrheit herunterwürdigen in dem Sie ihnen nicht zugestehen, für Sie offenbar, offensichtliches nicht zu erkennen.
    Warum muss das Zinssystem zusammenbrechen?
    Der Schuldenstreit ist, so denke ich, eine Farce. Die USA können noch Billionen neue Schulden aufnehmen wenn ihre eigene Politik das zulassen würde. Das Problem momentan besteht darin, dass nächstes Jahr Wahlen sind und das dieser "Streit" von den Republikanern ausgenutzt wird.
    @ Markus
    Sie würdige nicht mit ein paar Worten. Sie schreiben absoluten unfug und sind offenbar nicht in der Lage sind einfachste Zusammenhänge in der Finanzwirtschaft zu begreifen.
    @ touspourun
    Ich kann ihren Unmut gut verstehen über das politische System der USA. Wahrhaft haben wir es, mit Teilen der Republikanern, mit einer engstirnigen Hinterweltlern zu tun.
    Das macht einen natürlich nachdenklich, über die Zukunft der Weltwirtschaft.
    @ Stephan
    Diese Sache mit den Schulden habe ich auch nicht ganz verstanden.
    Es müssten doch bei uns wenigstens 83% momentan sein und die USA sind bei fast 100% des Bruttoinlandsproduktes angelangt.
    Ich bitte an dieser Stelle um Aufklährung...

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