US-Seantsvorwahlen
„Tea Party“ sorgt weiter für Furore

In den USA mischen die Ultrakonservativen die Senatsvorwahlen auf. Innerhalb der Republikanischen Partei hat sich in der "Tea-Party"-Bewegung unter der Führung von Sarah Palin eine Gruppe von Hardlinern formiert, die sich als Nemesis Barack Obamas versteht. Das kommt offenbar gut an: die Kandidaten fahren einen Wahlsieg nach dem anderen ein.
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HB WASHINGTON. Bei den Vorwahlen für den US-Senat hat die ultrakonservative Tea-Party-Bewegung erneut einen Überraschungssieg erzielt. Ihre bis dato unbekannte Kandidatin Christine O'Donnell konnte sich am Dienstag im Staat Delaware gegen den erfahrenen Republikaner Mike Castle durchsetzen, zweimaliger Gouverneur und dienstältester Abgeordneter in der Geschichte von Delaware.

O'Donnell wird nun bei den Kongresswahlen am 2. November als Vertreterin der Republikaner gegen den Demokraten Chris Coons antreten. Zuvor hatten Kandidaten der Tea-Party-Bewegung bereits in Nevada, Colorado, Florida, Kentucky und Alaska das Rennen um die Senats-Kandidaten der Republikaner gewonnen. Die Ultrakonservativen konnten auch in New York einen Erfolg erzielen. Hier setzte sich der Republikaner Carl Paladino bei der parteiinternen Kandidatenkür für den Gouverneursposten gegen den ehemaligen Kongressabgeordneten Rick Lazio durch.

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des Umfragetiefs von Präsident Barack Obama rechnen sich die oppositionellen Republikaner gute Chancen aus, bei den Wahlen am 2. November die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erobern. Jüngsten Umfragen zufolge stimmen nur noch weniger als 50 Prozent der Befragten der Politik Obamas zu. Die Tea-Party-Bewegung macht sich den Unmut der Bevölkerung zunutze, könnte den Republikanern aber einen Strich durch die Rechnung machen. Die Demokraten hoffen, dass die Ultrakonservativen zu extrem für moderate Wähler sind.

Ultrakonservative Amerikaner schlossen sich im vergangenen Jahr aus Protest gegen Obama zur Tea Party zusammen. Sie wollen niedrigere Steuern, weniger öffentliche Verwaltung und hegen tiefes Misstrauen gegen alles, was aus der Hauptstadt Washington kommt.

Gallionsfigur der Bewegung ist die Republikanerin und ehemalige Gouverneurin von Alaska Sarah Palin, die bei der Wahl von 2008 Vizepräsidentschaftskandidatin war.

Der Name der Bewegung bezieht sich auf die historische "Boston Tea Party" von 1773. Damals enterten amerikanische Siedler britische Schiffe im Hafen von Boston und kippten Teeladungen ins Meer, um gegen die von Großbritannien verhängten Importzölle zu protestieren. Die Aktion gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeitserklärung der USA im Jahr 1776.

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