US-Senat für Abzug
100 Tote nach neuen Anschlägen im Irak

Bei erneuten Anschlägen in hauptsächlich von Schiiten bewohnten Gebieten im Irak sind am Donnerstag mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.

HB WASHINGTON/BAGDAD. In der Hauptstadt Badgdad sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf einem Markt im Bezirk Schaab in die Luft und riss etwa 60 Menschen mit in den Tod. Ungefähr gleichzeitig detonierten drei Autobomben in der Stadt Chalis nördlich von Bagdad, dabei wurden Polizeiangaben zufolge etwa 50 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt.

„Es war ein Bild des Schreckens“, sagte ein Polizist in Chalis. Überall hätten verkohlte Leichen herumgelegen. Eine Autobombe explodierte in einem Gewerbegebiet, eine weitere detonierte an einer Kontrollstelle, die zu einer Polizeistation und einem Gerichtsgebäude führte. Ein dritter Selbstmordattentäter griff Polizisten an, die zum Unglücksort eilten.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten verschärft. Erst am Mittwoch erschossen Bewaffnete bei einem mutmaßlichen Vergeltungsangriff auf ein sunnitisches Viertel der Stadt Tal Afar nahe der syrischen Grenze bis zu 70 Männer. Am Vortag waren dort bei zwei Bombenangriffen 85 Menschen getötet worden.

Der US-Senat stimmte unterdessen für einen Gesetzentwurf, der Präsident George W. Bush weitere etwa 122 Mrd. Dollar vor allem für den Krieg im Irak und in Afghanistan zugesteht. Allerdings knüpfte der Senat dies an die Bedingung, dass die US-Kampftruppen bis Ende März 2008 aus dem Irak abgezogen werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Repräsentantenhaus einem ähnlichen Gesetz zugestimmt.

Die Frist für den Truppenabzug stößt jedoch bei den Republikanern auf scharfe Kritik. Sie befürchten, dass dies wie eine Niederlage der US-Truppen aussehen könnte. Bush hatte deswegen angekündigt, sein Veto gegen das Gesetz einzulegen.

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