US-Sicherheitsexperte
Brzeziński findet Aufregung über NSA-Affäre albern

Die Kritik aus Deutschland an den USA wegen des Umgangs mit der Späh-Affäre reißt nicht ab. Jetzt schaltet sich US-Sicherheitsexperte Zbigniew Brzeziński ein. Er mahnt die Deutschen, die Verhältnismäßigkeit zu wahren.
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WashingtonDer US-Sicherheitsexperte Zbigniew Brzeziński mahnt die Deutschen, in der Spionageaffäre die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Zwar bedauert er im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe)das „ungeschickte“ Verhalten der USA, doch die Aufregung darüber sei angesichts der ernsten globalen Herausforderungen „fast ein bisschen albern“. Berlin und Washington müssten gemeinsam Antworten auf die „russische Aggression“ in der Ukraine finden.

Damit reagierte der frühere Sicherheitsberater von Präsident Jimmy Carter auf einen Gastbeitrag seines Vertrauten Hans-Dietrich Genscher, der die „Umtriebe amerikanischer Dienste“ im Handelsblatt scharf kritisiert hatte.

Die Amerikaner hingen dem unilateralen Moment hinterher, argumentiert Genscher, dem historischen Augenblick nach dem Kalten Krieg, in dem ihre globale Hegemonie unumstritten war. Doch die Welt verändere sich, eine kooperative Ordnung entstehe.

Genscher und Brzeziński haben gemeinsam viele Probleme bewältigt, auch als transatlantische Beziehungstherapeuten waren sie gefragt, als sie in den 70er Jahren versuchten, die Spannungen zwischen Kanzler Helmut Schmidt und Präsident Carter zu überwinden. Doch in der jetzigen Vertrauenskrise schlägt Brzeziński scharfe Töne an. Welche strategischen Optionen aus der Vision einer „kooperativen Weltordnung“ folgten, möchte er wissen. „Schlägt Genscher eine Neujustierung der deutschen Außenpolitik vor? Wäre für ihn eine Allianz mit Putins Russland denkbar?“

Moritz Koch ist USA-Korrespondent.
Moritz Koch
Handelsblatt / USA - Korrespondent

Kommentare zu " US-Sicherheitsexperte: Brzeziński findet Aufregung über NSA-Affäre albern"

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  • „Herr Brzeziński unterschlägt leider, dass die USA selbst jede Form von Verhältnismäßigkeit missen lassen“. Stimmt.

    Diese von keinerlei Selbstzweifel getrübte Arroganz von US-Politikern, die jeden Andersdenkenden offenbar für einen irregeleiteten Spinner halten, ist langsam nicht mehr zu ertragen. Arroganz und Ignoranz gehen bekanntlich Hand in Hand.
    Woher nehmen die bloß diese Chuzpe?!

    Genscher liegt m.E. mit seinem Gastkommentar völlig richtig.
    Die checken in ihrem abgeschlossenen Machtkosmos langsam gar nichts mehr, schon gar nicht, wie sich die Welt um sie herum verändert, was die „normalen“ Bürger auf der ganzen Welt so umtreibt. Und die Wörter „Vertrauen“ und „Kooperation“ können sie noch nicht mal buchstabieren.

    Die einzige Aussage Herrn Brzezińskis, der ich zustimme ist die, dass die Welt derzeit vor gewaltigen Herausforderungen steht, die nur gemeinsam bewältigt werden können.

    Mit der derzeitigen Einstellung in den USA, die sich offenbar immer mehr von einer Demokratie hin zu einer Plutokratie abdriften („Uns kann keiner, und uns können sie alle“), wo Politiker und Konzernlenker im allgemeinen (und Herr Brzesinski im Besonderen) eine Politik „hinter geschlossenen Türen“ befürworten, wo das Volk und die Medien offenbar dermaßen mit sich selbst bzw. mit „wichtigeren“ Dingen beschäftigt sind, dass sie von dem, was ihre Politiker so alles treiben gar nichts mitbekommen (lt. HB wissen 60% der US-Bürger von der ganzen NSA-BND-Affäre gar nichts) wird das aber ganz bestimmt nichts. Wie soll das unter diesen Bedingungen denn funktionieren?!

    Demokratie ist jedenfalls ganz was anderes, als alle paar Jahre fähnchenschwenkenden Bürgern zu versichern, dass sie okay seien, weil auf Seiten der „richtigen“ Mannschaft. Wir sind doch nicht im Kindergarten!!

    Merke: Man erreicht nichts, wenn man alle Leute vor den Kopf stößt. Das gilt für alle und jeden! Und die Definitionshoheit darüber, was „Recht“ ist, hat auch keiner.
    Oder wer denn, bitte??!

  • Wer sich über die geopolitische Strategie der USA aus erster Hand informieren will sollte Brzezinskis Buch ' The Grand Chessboard' ( deutsch ' Die einzige Weltmacht: Amerikas Weg zur Vorherrschaft' ) lesen. Hier führte er schon vor einigen Jahren aus wie man die Ukraine von Rußland lösen muß um letzteres zur Regionalmacht herabzustufen. Auch müßten man dafür sorgen die Gegensätze zwischen Rußland, China und Europa zu schüren um zu verhindern das die USA in ihre geopolitische Randlage zurückfallen denn Eurasien ist ' das große Schachbrett' in dem immer in der Geschichte über die Weltherrschaft entschieden wurde. Sowohl Wladimir Putin als auch Li Kequiang (oder zumindest ihre außenpolitischen Berater ) dürften dieses Buch gründlich studiert haben. Deshalb wird die perfide US Strategie nicht aufgehen. Deutschlands nationale Interessen liegen in einem guten Verhältnis und in einer intensivierten Kooperation mit seinen Eurasischen Nachbarn und nicht darin sich als Satrapie der USA in eine fruchtlose und gefährliche Konfrontationspolitik hetzen zu lassen sowie sich dabei von einem Herrn Brzinski lächerlich machen zu lassen. Während die Europäer brav Sanktionen verhängen und befolgen sichern US Konzerne sich schon wieder fleißig Aufträge im 'Schurkenstaat' Iran. Herr Steinmeier: Diplomatisches Geschick und Rückgrat müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen !

  • Seriöse Zeitung ? Wo ?????

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