US-Soldat erschießt Journalistin: Erneut Bombenserie in Bagdad

US-Soldat erschießt Journalistin
Erneut Bombenserie in Bagdad

Nur einen Tag nach dem verheerenden Anschlag auf einen Markt in Bagdad sind am Sonntag erneut mehrere Bomben in der irakischen Hauptstadt explodiert. Zugleich stieg die Zahl der Todesopfer nach dem Blutbad vom Vortag weiter.

HB BAGDAD. Bei einem Angriff auf eine Patrouille starben vier irakische Polizisten. Augenzeugen berichteten, bei der Explosion einer Autobombe in dem Viertel Bab al- Moasam seien mehrere Menschen getötet worden.

Ein US-Soldat erschoss nach Angaben von Augenzeugen die Journalistin Suhad Ibrahim, die für das staatliche irakische Medien- Netzwerk arbeitete. Ibrahim sei auf ihrem Weg zur Arbeit an einer amerikanischen Patrouille vorbeigefahren, ohne diese weiter zu beachten, hieß es. Die US-Soldaten im Irak eröffnen wegen des Risikos von Selbstmordattentaten häufig das Feuer auf vorbeifahrende Fahrzeuge, wenn die Fahrer nicht sofort auf Zuruf anhalten.

Indes stieg die Zahl der Toten nach dem verheerenden Selbstmordanschlag auf einem Markt in Bagdad auf mindestens 132 gestiegen. 305 Besucher des Sadrija-Markt in einem schiitischen Wohnviertel der irakischen Hauptstadt wurden nach Klinikangaben verletzt. Der Anschlag vom Samstag war der schwerste seit dem 23. November vergangenen Jahres, als im schiitischen Stadtteil Sadr City 215 Menschen getötet wurden.

Der Täter steuerte einen Lastwagen auf den Marktplatz und zündete dort die zwischen Lebensmittelkonserven und Mehlsäcken versteckte Bombe mit einem Gewicht von rund einer Tonne. Grundsätzlich sei schweren Lastwagen die Zufahrt zum Markt untersagt, erklärte ein 36-jähriger Gemüsehändler, Kamil Ibrahim. „Aber der Fahrer überzeugte uns, dass er Lebensmittel für einen Laden ausliefern müsse.“ Ibrahim wurde mit Verletzungen an Kopf, Brust und Unterleib ins Krankenhaus gebracht. Zwei seiner Mitarbeiter, junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren, waren sofort tot. Die gewaltige Detonation zerstörte etwa 30 Läden und 40 Wohnhäuser. Am Ostufer des Tigris stieg eine dunkle Rauchwolke auf.

Als Urheber des Anschlags wurden sunnitische Extremisten aus dem Umkreis der Al Kaida im Irak vermutet, die vor Beginn der angekündigten Offensive irakischer und amerikanischer Truppen in Bagdad noch einmal zuschlagen wollten. Nach Einbruch der Dunkelheit lieferten sich schiitische und sunnitische Kämpfer Mörsergefechte. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und 20 verletzt. Die Regierung der USA verurteilte den Anschlag als abscheuliches Verbrechen. In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es: „Die freien Nationen der Welt dürfen nicht zuschauen, wenn Terroristen Massenmord verüben und versuchen, den demokratischen Prozess im Irak und im Nahen Osten zum Entgleisen zu bringen.“

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