US-Soldat kündigt zu Foltervorwürfen Teilgeständnis an
Verteidiger fordern Rumsfeld als Zeugen im Folterprozess

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld soll nach dem Willen der Verteidiger als Zeuge in einem späteren Prozess um die Misshandlung von Kriegsgefangenen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib aussagen. Ein weiterer der beschuldigten US-Soldaten kündigte für die Anhörung am Dienstag ein Teilgeständnis an.

HB MANNHEIM. „Er (Rumsfeld) wusste, was passieren würde, und er hat es befohlen“, sagte Paul Bergrin, Anwalt von Sergeant Javal Davis, vor der Fortsetzung der Anhörung in dem Verfahren in Mannheim. Rumsfeld sei ebenso schuldig wie die Soldaten, die die Taten ausgeführt hatten. Auch der für die Geheimdienste zuständige Verteidigungs-Staatssekretär Stephen Cambone soll in den Zeugenstand treten. Die Anwälte werfen der US-Militärführung vor, die Folterungen angeordnet zu haben, um die Gefangenen für Verhöre gefügig zu machen. Die Behörden sprechen dagegen von Exzessen Einzelner.

Der 26 Jahre alte Davis will erreichen, dass einige seiner Aussagen vor Gericht nicht verwertet werden, die er in einem siebenstündigen Verhör gemacht hatte, nachdem er nach einer 14- bis 16-Stunden-Schicht eigenen Angaben zufolge aus dem Schlaf gerissen worden war. Am Dienstag sollten neben Davis zwei weitere US-Soldaten angehört werden. Einer von ihnen, Ivan Frederick, kündigte an, er werde sich in einigen Punkten schuldig bekennen. „Ich stehe zur Verantwortung für meine Taten im Gefängnis von Abu Ghraib. Ich werde mich zu bestimmten Vorwürfen schuldig bekennen, weil ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ich damit das Gesetz verletzt habe“, hieß es in einer Stellungnahme, die Fredericks Familie verbreitete.

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