US-Soldat Robert O'Neill
Wer ist Bin Ladens Todesschütze?

Robert O'Neill, vermeintlicher Todesschütze bin Ladens lässt sich in den USA als Nationalheld feiern. Ex-Militärkameraden verurteilen ihn dafür. Auch, weil der Zeitpunkt des Outings nicht zufällig gewählt ist.
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DüsseldorfDer entscheidende Schuss auf Ex-Al Kaida-Chef Osama bin Laden, ein Sandwich zum Frühstück und eine finanzielle Notlage: Robert O’Neill steht weltweit im Fokus. Der 38-jährige, der aus einer kleinen Stadt im US-Bundesstaat Montana stammt, war Soldat bei der Spezialeinheit Seals der Navy, im Team Sechs. Er behauptet, bin Laden am 2. Mai 2011 in dessen Schlafzimmer getötet zu haben.

Was bedeutet dieses Outing?

Die Diskussion um O’Neill wirft viele Fragen auf; nicht zuletzt weil ehemalige Soldaten der Seals ihm das Outing vorweggenommen haben. Bevor er selbst an die Öffentlichkeit gehen konnte, wurde auf der Internetseite „Sofrep“ ein Brief des Konteradmirals Brian Losey gepostet, in dem es unter anderem heißt: Die Navy würde es nicht dulden, wenn Soldaten an die Öffentlichkeit gehen, um Aufmerksamkeit zu erlangen oder finanzielle Vorteile daraus schöpfen zu können.

Die Ex-Soldaten fügen hinzu, dass es sich bei dieser Anschuldigung um Robert O'Neill handelt, der sich als der Schütze ausgeben will. Der Brief des Kommandanten richtet sich an alle Soldaten der Navy Seals, auch an die Ehemaligen. „Ich werde meine Arbeit nicht anpreisen, noch werde ich für meine Taten Anerkennung suchen“; so sei der Ethos ihrer Organisation.

Die Ex-Seals schreiben in dem Artikel, dass O'Neill „für seine eigene Story traurige Berühmtheit“ erzielen wolle. Mit ihrer Aktion wollten sie ein großes, öffentlichkeitswirksames Outing verhindern. Doch das ist nicht gelungen.

Der Brief der Kommandanten ist mit dem 31. Oktober 2014 datiert. Dies zeigt, dass O’Neills Name bereits vor wenigen Wochen durch Militärkreise kursierte. Zudem sollen auch Journalisten Bescheid gewusst haben.

Laut einem Bericht der „Washington Post“ habe der Ex-Navy lange überlegt, ob er sich outen soll oder nicht. Im Interview mit der US-Zeitung sagt O’Neill, er habe sich bereits im Sommer vor Angehörigen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 offenbart. Angeblich damit die Familien ihr Schicksal dadurch besser akzeptieren und damit abschließen könnten.

Robert O‘Neill hat laut seiner Facebook-Seite von 1995 bis 2011 in der Navy gedient und die Gruppe nach dem Tod bin Ladens frühzeitig verlassen. Ein Soldat bekommt jedoch erst nach 20 Jahren militärischen Dienstes eine Abfindung.

Deshalb, so hieß es in einem Artikel des US-Magazins „Esquire“ soll er 2013 schon vor dem finanziellen Ruin gestanden haben. Mit Reden über seine Navy-Erlebnisse hielt er sich über Wasser.

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Facebook-Nutzer warnen O'Neill

Kommentare zu " US-Soldat Robert O'Neill: Wer ist Bin Ladens Todesschütze?"

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  • Das Kommando ist schon unterwegs! Die werden es schnell u. geräuschlos machen.
    Welcher Bekloppte liefert sich per Foto an die Strangulierungsknebel??

  • Mohammed war,s

  • Wäre nicht er es gewesen, wäre es ein anderer gewesen.
    Völlig egal, wer den Verbrecher Laden hinrichtete.

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