US-Soldaten werden nicht vorzeitig zurückbeordert
Italien zieht Truppen aus Irak bereits ab

Italien hat nach Angaben aus Militärkreisen mit der angekündigten Truppenreduzierung im Irak einen Monat früher als geplant begonnen. Grund dafür seien aber nicht politische, sondern finanzielle und logistische Gründe, hieß es in den Kreisen.

HB ROM/CRAWFORD. 130 der insgesamt geplanten 300 Soldaten hätten mit dem eigentlich erst für September geplanten Abzug bereits begonnen. Die 130 Marine-Infanteristen hätten ihren Einsatz früher als erwartet beendet. Das Militär habe sich dann dagegen entschieden, einen kostspieligen Ersatz für nur einen Monat zu organisieren. Insgesamt hat Italien etwa 3000 Soldaten im Irak. Dies ist nach den USA, Großbritannien und Südkorea das viertgrößte ausländische Kontingent in dem Land. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte wiederholt erklärt, trotz Forderungen auch aus den eigenen Reihen den Rückzug nicht zu beschleunigen.

US-Präsident George W. Bush lehnt unterdessen trotz wachsender Kritik einen vorzeitigen Abzug der US-Truppen aus dem Irak ab. In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache sagte er auf seiner Ranch in Crawford: „Die Terroristen können auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen. Der einzige Weg, wie sie gewinnen können, ist, wenn wir die Nerven verlieren. Dies wird unter meiner Aufsicht nicht passieren“.

Ein Großteil der US-Bürger sieht den Irak-Krieg mittlerweile kritisch. Die Mutter eines im Irak getöteten Soldaten kampiert in Begleitung einer Gruppe von Unterstützer in der Nähe der Ranch von Bush. Sie macht den Präsidenten für den Tod ihres Sohnes verantwortlich und will ihn zur Rede stellen. Sie hofft, dass durch ihre Aktion mehr Amerikaner den Abzug der US-Truppen aus dem Irak fordern werden.

Bush beharrt aber darauf, dass die US-Truppen erst dann aus dem Irak abgezogen werden, wenn die Iraker in der Lage sind, die Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes zu übernehmen. „Der vorzeitige Abzug unserer Truppen wäre ein Verrat gegenüber den Menschen im Irak .... So werden wir unsere gefallenen Soldaten mit dem Vollzug der Mission ehren, wofür sie ihr Leben geopfert haben“. Im Irak wurden seit dem Beginn des Krieges mehr als 1700 US-Amerikaner getötet.

Um ihre Soldaten so schnell wie möglich abziehen zu können, dringen die USA darauf, dass der Irak die politische Ordnung in den vorgegebenen Fristen festigt. So stehen die Iraker unter Druck, eine Verfassung entsprechend dem Zeitplan zu verabschieden. Präsident Dschalal Talabani zeigte sich zuversichtlich, dass der Entwurf wie geplant bis zum 15. August ausgearbeitet werde. Möglicherweise werde es sogar schon am Sonntag so weit sein.

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