US-Soldatin England bekennt sich im schuldig
Geständnis im Folterprozess von Abu Ghraib

Die durch Folterfotos aus dem Bagdader Gefängnis Abu Ghraib bekannt gewordene US-Soldatin Lynndie England hat sich in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Ihr drohen bis zu elf Jahren Gefängnis. Die Militärspitze lehnt weiterhin jegliche Mitschuld ab.

HB FORD HOOD. Über das Strafmaß wird die Militär-Jury im Laufe der Woche befinden. Der Anwalt will psychische Probleme Englands strafmindernd geltend machen. England bekannte sich in sieben Anklagepunkten schuldig, unter anderem der Misshandlung, des Verstoßes gegen ihre Dienstvorschriften und der Verschwörung.

England war vor einem Jahr zum Symbol des Gefangenenskandals geworden, weil sie auf zahlreichen Fotos aus dem Gefängnis zu sehen war. Die Fotos hatten den Skandal um Misshandlungen in irakischen Gefängnissen ausgelöst und weltweites Entsetzen hervorgerufen. Einige der Bilder zeigen England grinsend hinter einer Pyramide aus nackten irakischen Gefangenen. Auf einem anderen hält sie einen nackten Iraker an einer Hundeleine.

Bislang gab es wegen des Abu-Ghoreib-Skandals Verfahren und Prozesse gegen sieben niedrigrangige Soldaten. Als einer der Hauptschuldigen wurde der Soldat Charles Graner - Ex-Freund und Vater eines Kindes von England - im Januar zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich mit dem Argument verteidigt, Vorgesetzte und Geheimdienstleute hätten die Misshandlungen initiiert oder geduldet.

Eine Untersuchungskommission der Streitkräfte hatte vergangene Woche die Militärspitze der US-Streitkräfte im Irak von jeder Mitverantwortung an dem Skandal freigesprochen. Lediglich eine Brigadegeneralin muss mit einem Verweis wegen Pflichtverletzung rechnen. Menschenrechtsgruppen kritisierten die Ergebnisse der Untersuchung scharf und forderten eine Prüfung der möglichen Mitschuld von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Ex-CIA- Chef George Tenet.

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