US-Staatsverschuldung Mit 15 Billionen Dollar in der Kreide

Nicht nur Europa versinkt in den Miesen: Die US-Staatsschulden überschreiten jetzt die Grenze von 15 Billionen Dollar. Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht innerhalb einer Woche einigen, droht ein Desaster.
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Die US-Staatsverschuldung ist überraschend stark angestiegen. Quelle: Reuters

Die US-Staatsverschuldung ist überraschend stark angestiegen.

(Foto: Reuters)

WashingtonIn der Nacht - und damit zwei Monate früher als eigentlich erwartet - hat die Staatsverschuldung der USA die Marke von 15 Billionen Dollar (rund elf Billionen Euro) gerissen. Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, liegt das Haushaltsdefizit jetzt bei gut 15.033 Milliarden Dollar. Binnen eines Tages war die Summe um 55,8 Milliarden Dollar geklettert - bei gleichbleibendem Tempo.

Diese Summe entspricht 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA - oder, in 100-Dollar-Scheinen gebündelt, dem Volumen beider Türme des ehemaligen World Trade Centers. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds wird die Verschuldung der USA am Jahresende 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Für 2012 werden 105 Prozent vorhergesagt, für 2016 bei 115 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands Verschuldung liegt bei rund 83 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Erst im Spätsommer hatten sich Republikaner und Demokraten nach einem wochenlangen Tauziehen auf ein Verfahren zur Ausgabenbegrenzung geeinigt. Doch seither sind die verfeindeten Parteien keinen Schritt weiter gekommen. Die im August gegründete sogenannte Superkommission muss eigentlich bis zum 23. November Einsparmöglichkeiten in Höhe von 1200 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahren finden. Gelingt dies nicht rechtzeitig, wird diese Summe automatisch gekürzt. Dabei wird vor allem das Verteidigungsbudget bluten müssen, zum Ausgleich aber auch der Sozialetat.

Bei den Republikanern riefen die frischen Schuldenzahlen prompt Empörung hervor. Im anlaufenden Vorwahlkampf machten Anwärter auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur die Regierung von Präsident Barack Obama für die hohe Verschuldung verantwortlich. Rick Perry verurteilte "die sozialistische Politik Obamas, die das Land ruiniert". Der Haushaltsexperte Paul Ryan ergänzt: "Die Zahl markiert einen schändlichen Tag in der amerikanischen Geschichte." Senator Mitch McConnell sagte, die USA glichen zunehmend dem verschuldeten Griechenland.

Und auch im Lager des Präsidenten sinkt die Kompromissbereitschaft - aus wahltaktischen Gründen. Inzwischen setzt der US-Präsident darauf, seine demokratische Basis hinter sich zu sammeln, die er für den Wahlkampf dringend benötigt. Vor allem der linke Flügel seiner Partei wirft Obama vor, den Republikanern zu sehr entgegenzukommen, ohne etwas zu erreichen.

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20 Kommentare zu "US-Staatsverschuldung: Mit 15.033.867.390.294 Dollar in der Kreide"

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  • Es ist auch nicht die Rede von 15 Milliarden Dollar, sondern von 15000 Milliarden Dollar.

    Amerika wird alleine schon deshalb nicht pleite gehen, weil die Weltwirtschaft sich nach wie vor auf die amerikanische Wirtschaft stützt. Niemand wird es wagen, von den USA zu verlangen, die Schulden zu begleichen, da dies einen Zusammenbruch der Wirtschaft zur Folge hätte. Da Amerika selbstverständlich von diesem "Monopol" weiß, braucht es auch keine Angst zu haben, für die Schulden zur Kasse gebeten zu werden und kann sich munter weiter verschulden.

  • Liebe Redakteure, bitte genau lesen.
    15 Milliarden Dollar entsprechen nicht einmal ansatzweise dem Volumen beider WTC-Türme zusammen, es sei denn, man nimmt 1 Dollar Noten statt den 100 Dollar Noten. Der Vergleich mit dem WTC bezog sich auf die Summe von 114.5 Milliarden Dollar in 100 Dollar Noten und selbst die würde noch weniger als das Volumen beider Türme ausmachen (der Artikel sagt nur, dass der Stapel bei gleicher Grundfläche höher ist, nicht doppelt so hoch).
    Oder war etwa das Volumen der eingestürzten Türme gemeint? Das kommt zwar vermutlich ungefähr hin, ist aber etwas makaber.

  • Bald ist die Party vorbei
    Im nächsten Jahr krachts gewaltig und das
    Ganze Papiergeld ist Futsch. Mit ungedekten
    Wertpapieren zu zahlen ist nämlich Betrug.
    Im Jahr 2012 brechen alle Systeme zusammen
    alle Industrienationen und alle Staaten.
    Es gibt genug Atomsprenköpfe die dazu beitragen.
    Der Untergang ist sicher so wie auch die
    Titanic versoffen ist im Meer.
    Somit gönnt Euch noch was schönes bevor die
    Russen Deutschland blitzartig im nächsten August
    angreiffen und ein riesen Masaker anrichten.
    Putin will die Eurasische Union und dazu gehört
    auch Deutschland.
    Somit wünsche ich Euch Lesern noch ein paar
    ruhige Tage bevor im Dezember der Euro Crash kommt.

  • Deswegen können Länder, die ihr eigenes Geld drücken können, auch so schwer Pleite gehen. Eigentlich könnte man sich fragen, wann das dubiose Finanzkonstrukt der USA zusammen klappt? Aber auch das dürfte schwierig werden, da die USA Meister in der Marktmanipulation sind.

  • @paulalbert

    Ich denke, der Kommentar von "sowas" war als Scherz gedmeint.

  • das ist doch GRANDIOS!!!

    und plötzlich schreiben sie was über die US-Schulden :-)

    na mal sehen was ihre Kollegen so machen liebes Handelsblatt... Sie scheinen ja geläutert zu sein :-) die FTD z.B. spielt das Spiel lieber weiter... nun wird der fokus auf spanien gelenkt... ist das herrlich ....

  • Liebes Handelsblatt,

    gehen dem seriösen Wirtschaftjournalismus langsam die ernsten Themen aus? Die Staatsverschuldung der USA sind doch ein alter Hut! Die Realwirtschaft läuft sowohl in Deutschland als auch in den USA - noch - viel besser als ihre Horromeldungen es vermuten lassen. Bitte giessen sie nicht auch noch permanent Öl in das Feuer, sonst haben wir bald selbst erfüllende Erwartungen...und sie haben hierbei eine nicht unerhebliche Mitschuld als Meinungsbilder!

    AD

  • waren das nicht 15.033.867.410.294 Dollar Schulden ?
    was stimmt denn nun.

  • Wenn man über die Verschuldung eines Landes spricht, sollte man ehrlicherweise auch inländische Gläubiger mit einbeziehen. Größter Gläubiger der USA sind die USA selber. Und zwar in form der Zentralbank FED, die inzwischen mehr US-Anleihen in den Büchern hat als China! Dies ist gerade auch im Hinblick auf die jetzige Diskussion über EU-Anleihe Käufe der EZB relevant. Bei der EZB noch mehr als bei der FED - da sie keinen Einfluß auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik eines Landes hat - bedeutet das Halten von Euro- Anleihen verschiedener Länder eine Risikoposition, die im Falle einer Umschuldundg der Verbindlickeiten des Landes zu einer Abschreibung bei der EZB führt, die zu einer notwendigen Neukapitalisierung der Bank führen könnte! Wer sollte dann das Kapital dafür aufbringen?
    KDUESSEL

  • @renew

    Der hat sicherlich schon lange aufgegeben nicht zuletzt wegen seiner eigenen fehlenden Kompetenz. Der versucht nur mehr mit grossen Spruechen die Zeit bis zur naechsten Wahl zu ueberbruecken. Aber dann wird er alle beschuldigen, bloss nicht sich selbst.

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