US-Steuersenkung
Deutsche Firmen fürchten Wettbewerbsnachteile

Im Falle einer drastischen Steuersenkung in den USA fürchten deutsche Firmen Wettbewerbsnachteile. Amerikanische Firmen in Deutschland fordern derweil, dass auch hier die Steuerbelastungen gesenkt werden.
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BerlinAngesichts der angekündigten Steuersenkungen in den USA ruft auch die deutsche Wirtschaft nach Entlastung. „Es geht nicht länger um vermeintliche Steuergeschenke, sondern um knallharte Wettbewerbsnachteile“, sagte der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel, am Donnerstag. „Die deutschen Steuer- und Finanzpolitiker wären gut beraten, präventiv tätig zu werden und nicht nur wie die Kaninchen auf die Schlange zu starren.“ US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte am Mittwoch verkündet, die Unternehmenssteuer von bisher 35 auf 15 Prozent zu drücken.

„Die amerikanischen Steuerpläne setzen Volkswirtschaften und Investitionsstandorte, die mit den USA im Wettbewerb stehen, unter massiven Druck“, sagte Goebel, dessen Verband 180.000 Familienunternehmen mit rund acht Millionen Beschäftigten vertritt.

Die 15 Prozent entsprächen zwar dem deutschen Körperschaftsteuersatz, nur komme für hiesige Unternehmen noch die Gewerbesteuer von etwa weiteren 15 Prozent oben drauf. „Damit hat Deutschland eine rund doppelt so teure Unternehmensbesteuerung“, sagte Goebel.

Auch die in Deutschland tätigen US-Unternehmen sprechen sich für niedrigere Belastungen aus. „Es ist wichtig, dass Deutschland das Thema Unternehmenssteuer und Unternehmensbesteuerung auf die Agenda setzt“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham), Bernhard Mattes. Das sei notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben – zumal Deutschland auch vergleichsweise hohe Energiekosten aufweise.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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