US-Steuerstreit
Schweizer Banken dürfen Mitarbeiterdaten preisgeben

Im Steuerstreit mit den USA erlaubt die Schweiz den Banken eine Weitergabe von Mitarbeiterdaten an die US-Behörden. Das habe der Bundesrat beschlossen. Weitere Zugeständnisse sind laut Finanzministerium ausgeschlossen.
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FrankfurtIm Steuerstreit mit den USA erlaubt die Schweiz den Banken eine Weitergabe von Mitarbeiterdaten an die US-Behörden. Die Geldinstitute dürften „zur Darlegung ihres Geschäftsgebarens im grenzüberschreitenden US-Geschäft Informationen - einschließlich Daten über Bankmitarbeiter und Dritte (externe Vermögensverwalter oder andere Dienstleister), nicht aber Kundendaten - direkt an die US-Behörden übermitteln“, teilte ein Sprecher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen dem „Tages-Anzeiger“ mit. Einen entsprechenden Beschluss habe der Bundesrat - die Regierung - bereits am 4. April gefasst, berichtete die in Zürich erscheinende Zeitung am Samstag auf ihrer Internetseite.

Die betroffenen Banken, darunter Credit Suisse und Julius Bär, begrüßten dem Bericht zufolge die Entscheidung. „Dies ist ein konstruktiver Beitrag zu einer einvernehmlichen Lösung der laufenden Untersuchungen in den USA, von denen derzeit über zehn Schweizer Banken betroffen sind. Eine einvernehmliche Lösung ist nur mit einer vollen Kooperation mit den US-Behörden möglich, wozu die Entscheidung des Bundesrats maßgeblich beiträgt“, erklärte ein Sprecher der Bank Bär.

In den USA werden Zehntausende Bürger verdächtigt, ihr Vermögen mit Unterstützung von Schweizer Banken vor dem Finanzamt verborgen und damit Steuern hinterzogen zu haben. Die Schweiz hat deshalb bereits auf Drängen der USA ihr Bankgeheimnis gelockert. In einem am Freitag veröffentlichten Zeitungsinterview schloss Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf weitere Zugeständnisse in den Steuerkonflikten mit den USA und Deutschland aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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