US-Strategie in Libyen
Hillary Clinton schickt Gesandten zu Gaddafi

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WashingtonDie USA wollen den Druck auf Muammar Gaddafi erhöhen, die Macht in Libyen abzugeben.

Die Regierung werde in den kommenden Tagen einen Sondergesandten mit „einer sehr klaren Botschaft“ nach Tripolis entsenden, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Sonntag dem TV-Sender NBC.

Es sei möglich, dass sich Gefolgsleute Gaddafis, aber auch das Militär, gegen den autokratischen Herrscher wenden würden. Es gebe zahlreiche Hinweise, dass Menschen aus seinem Umfeld die Hand nach der internationalen Gemeinschaft ausstreckten, sagte Clinton.

Verteidigungsminister Robert Gates betonte: „Wir haben noch andere Dinge in unserer Werkzeugkiste außer Hämmern.“ Die Möglichkeit, dass das Regime zusammenbreche, dürfe nicht unterschätzt werden.

Nachdem die Nato ankündigte, das komplette Kommando über den Einsatz in Libyen zu übernehmen, wollen die USA ihre militärische Rolle zurückfahren. Gates sagte, die USA würden durch nachrichtendienstliche Tätigkeiten, Überwachung und Aufklärung eine unterstützende Funktionen einnehmen. Gates betonte, dass US-Präsident Barack Obama den Einsatz von Bodentruppen ausgeschlossen habe.

Die libyschen Rebellen erzielten am Wochenende - auch dank der Unterstützung des Westens - gleich mehrere Etappensiege. Nach der Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Adschdabija setzten die Aufständischen ihren Vormarsch nach Westen fort.

Ein Einwohner aus der Rebellen-Stadt Misrata berichtete von massiven Kämpfen zwischen Aufständischen und Gaddafi-Getreuen. Die Regierungstruppen hätten bei ihrem Versuch, die Innenstadt zu erreichen, acht Menschen getötet und 24 verletzt.

Reuters

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