US-Strategiewechsel: Nordkorea legt Atomprogramm auf Eis

US-Strategiewechsel
Nordkorea legt Atomprogramm auf Eis

Überraschend hat das kommunistische Regime in Nordkorea ein Gesprächsangebot aus Amerika angenommen: Nach Angaben aus Washington ist Pjöngjang bereit, seine Atom- und Raketentests auf Eis zu legen.
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WashingtonNordkorea hat sich zweieinhalb Monate nach der Machtübernahme durch Kim Jong Un überraschend zu einem Atomteststopp und internationalen Inspektionen bereiterklärt. Das Moratorium gelte auch für den Stopp der Arbeiten in der Atomanlage Yongbyon und den Start von Langstreckenraketen, wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA und das US-Außenministerium am Mittwoch mitteilten. Die USA signalisierten zugleich ein Entgegenkommen bei Lebensmittellieferungen. In ersten Reaktionen äußerten Südkorea und Japan die Hoffnung, die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm wiederaufnehmen zu können.

Der langjährige Machthaber Kim Jong Il war im Dezember gestorben und wurde von seinem Sohn Kim Jong Un an der Spitze des kommunistischen Staates beerbt. Vertreter der USA und Nordkoreas verhandelten in der vergangenen Woche in Peking zum ersten Mal nach dem Machtwechsel über das Atomprogramm. Die Einigung könnte die Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea, China, Japan, Russland und den Vereinigten Staaten wieder in Gang bringen. Der Vereinbarung zufolge erlaubt das isolierte Land Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den Zutritt in seine Kernanlage Yongbyon. Die Experten sollen dort überprüfen, ob die das Moratorium umgesetzt wird.

Im Gegenzug erklärten sich die USA bereit, die letzten Einzelheiten für Lebensmittellieferungen an Nordkorea zu klären. In dem hochgerüsteten Land leben Millionen Menschen in bitterer Armut. Im Gespräch ist die Lieferung von 240.000 Tonnen Nahrungsmitteln. Bei Bedarf könnte es weitere Hilfen geben, hieß es. Außenministerin Hillary Clinton erklärte, es handele sich um einen ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung. Die USA hätten mit Blick auf Nordkorea noch immer große Bedenken bei vielen Themen. Man werde die neuen Machthaber in Pjöngjang an ihren Taten messen, sagte Clinton 

Die USA verfolgten genauestens, ob es nach dem Tod von Staatschef Kim Jong Il im Dezember "Zeichen für Instabilität" in dem stalinistisch regierten Land gebe, sagte der Befehlshaber des US-Pazifikkommandos, Admiral Robert Willard. Es scheine aber so, als wolle sein Sohn Kim Jon Un als Nachfolger die Politik seines Vaters fortsetzen. Dafür spreche auch, dass der neue Staatschef nach wie vor von Vertrauten seines Vaters umgeben sei.

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