US-Truppen und El-Sadr-Miliz geraten aneinander
Heftige Gefechte im Irak

Zwei Kämpfer von El-Sadrs Miliz sind nach US-Armee-Angaben am Montag in der Pilgerstadt Nadschaf getötet worden. Drei Tage nach der Festnahme eines Vertrauten von Muktada el Sadr im Irak ist es zu heftigen Gefechten zwischen Anhängern des radikalen Schiiten-Predigers und US-Truppen gekommen.

HB NADSCHAF/BAGDAD. Zwei Kämpfer von Sadrs Miliz seien dabei am Montag in der Pilgerstadt Nadschaf getötet worden, Eine US-Patrouille sei von den Milizionären mit Gewehren und Panzerfäusten angegriffen worden, worauf die Soldaten das Feuer erwidert hätten, teilte das US-Militärkommando in Bagdad mit.

Ein Sprecher Sadrs sagte, US-Marineinfanteristen hätten das Haus des Predigers in Nadschaf umstellt und sporadisch darauf geschossen. Dabei seien zwei Wächter verletzt worden. Es war unklar, ob sich Sadr zum Zeitpunkt des Zwischenfalls in dem Haus aufgehielt.

Im April war es zwischen US-Truppen und der Sadr-Miliz, die auch unter dem Namen „Mahdi-Armee“ bekannt ist, in Nadschaf zu wochenlangen schweren Kämpfen gekommen, nachdem Sadr-Anhänger praktisch die Kontrolle über die Stadt übernommen hatten. Nach einem Waffenstillstand zogen sich US-Truppen und Milizionäre weitgehend aus der Stadt zurück. Am vergangenen Samstag hatten US-Truppen den Bürochef der Bewegung Sadrs in Kerbela festgenommen.

Eine Serie von Bombenanschlägen auf Kirchen löste unterdessen neue Ängste vor religiösen Spannungen im Irak aus. „Alle Gläubigen müssten sich für die Rückkehr zum Frieden im Irak einsetzen, erklärte Papst Johannes Paul II. am Montag. Der Papst rief Muslime und Christen zur Verurteilung jeder Gewalt auf. Die irakische Regierung machte den jordanischen Terroristen Abu Mussab el Sarkawi für die Anschläge verantwortlich, bei denen am Sonntagabend nach US-Angaben elf Menschen starben.

Die US-Armee nahm am Montag den Sohn eines einflussreichen sunnitischen Religionsführers fest. Die Soldaten hätten den Wagen von Muthanna el Dari durchsucht und ihm anschließend den Besitz von Sprengstoffen vorgeworfen, erklärte ein Begleiter El Daris im Nachrichtensender El Dschasira. Der Festgenommene ist ein Sohn des Präsidenten der Vereinigung der islamischen Rechtsgelehrten, Hareth el Dari. Diese soll den Aufständischen im so genannten sunnitischen Dreieck nahe stehen.

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