US-Truppenaufzug vor Nadschaf
Russland fliegt Landsleute aus dem Irak aus

Angesichts der Welle von Entführungen im Irak bringt Russland seine Landsleute außer Landes. Es seien ab Donnerstag insgesamt sieben Flüge mit Maschinen des Zivilschutzministeriums vor allem nach Bagdad geplant, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Moskau.

HB MOSKAU/BAGDAD. Insgesamt halten sich derzeit 553 russische Staatsbürger im Irak auf. Ebenfalls in Sicherheit gebracht werden sollen 263 Bürger anderer ehemaliger Sowjetrepubliken, die im Auftrag russischer Firmen im Irak arbeiten.

Am Dienstag waren acht Ingenieure aus Russland und der Ukraine nach eintägiger Entführung in Bagdad wieder frei gelassen worden. Russland hat keine Truppen im Irak stationiert und gilt bis heute als Gegner des militärischen Vorgehens der Koaltitionstruppen im Land.

Derweil haben US-Truppen Positionen vor der irakischen Stadt Nadschaf bezogen. Der Sprecher des US-Militärs in Bagdad, General Mark Kimmit, teilte mit, die Truppen bereiteten einen möglichen Vorstoß in die Stadt vor, in der sich der Anführer des Schiiten-Aufstands, der Geistliche Moktada el Sadr, aufhält. Die USA hatten zuvor erklärt, die US-Streitkräfte würden El Sadr entweder fangen oder töten. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus hatte US- Präsident George W. Bush El Sadr aufgefordert, seine Milizen aufzulösen. Gegen den schiitischen Geistlichen liegt zudem ein Haftbefehl wegen Mordes vor.

Aus der Umgebung El Sadrs verlautete, er sei nur dann bereit, seine Freischärler-Gruppen aufzulösen, wenn ihn die religiösen Führer dazu verpflichteten. Angeblich hat El Sadr einen Unterhändler für Gespräche mit den Amerikanern benannt.

Parallel zu dem Aufstand der Schiiten im Süden Iraks haben sich sunnitische Iraker westlich von Bagdad gegen die US- geführten Besatzungstruppen erhoben. Im Industriebezirk der seit Tagen trotz einer Waffenruhe umkämpften Stadt Falludscha kam es in der Nacht wieder zu Gefechten zwischen sunnitischen Aufständischen und US-Marineinfanteristen. Augenzeugen berichteten von mindestens vier getöteten Zivilisten und zwei getöteten Aufständischen. Das US-Militär berichtete, seit Montag seien vier Marine-Infanteristen im Kampf gefallen.

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