US-Universitäten: Gleich zwei Schießereien an einem Tag
Der Tod auf dem Stundenplan

Er kommt gar nicht mehr nach: Barack Obama reiste heute nach Oregon, um mit Opfern einer Uni-Schießerei zu sprechen, während an gleich zwei Universtäten weitere Menschen erschossen werden.

Houston/PhoenixNur eine Woche nach dem Amoklauf an einer Hochschule von Oregon mit zehn Toten sind in den USA erneut zwei Menschen bei ähnlichen Vorfällen ums Leben gekommen. Auf dem Gelände der Flagstaff-Universität in Arizona schoss ein 18-Jähriger am Freitag nach Angaben der Polizei während eines Streits auf Studenten. Eine Person starb, drei weitere wurden verletzt. Kurz darauf schoss an der Texas Southern Universität in Houston ein Mann um sich. Dabei kam ein Mensch ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Der Täter wurde nach Polizeiangaben festgenommen.
Vor einer Woche hatte am Umpqua Community College in Oregon ein 26-Jähriger neun Menschen und sich selbst erschossen. Es war die folgenschwerste Schießerei in den USA seit zwei Jahren. US-Präsident Barack Obama hatte sich daraufhin erneut für strengere Waffengesetze ausgesprochen. Und sich beklagt, dass Amerika langsam „abstumpfe“ und sich an die Regelmäßigkeit solcher Vorfälle gewöhne.
Republikanische Präsidentschaftskandidaten wie Donald Trump, Ben Carson oder Jeb Bush lehnen dagegen jede Verschärfung der Waffengesetze ab. Erst vergangene Woche hatte sich ein Elfjähriger die im Elternhaus herumliegende geladene Waffe seines Vaters gegriffen und ein achtjähriges Nachbarmädchen ermordet. Seine Begründung: Sie habe ihn nicht ihr Haustier zeigen wollen.
Jeb Bush sieht solche Vorfälle gelassen: „Es passiert dauernd irgendetwas“, sagte er mit Blick auf Oregon und seine eigene Zeit als Gouverneur von Florida. „Sachen passieren halt.“ Bei solchen Katastrophen komme sofort ein Impuls auf, irgendetwas zu ändern. Aber das sei meist nicht die beste Lösung.
Und die Freunde einer laschen Waffengesetzgebung sind zahlreich. Ausgerechnet als Obama in Roseburg eintraf, um mit Opferfamilien zu sprechen, versammelten sich Anhänger der Waffenlobby, um gegen seine Forderung nach einer Verschärfung der Waffengesetze zu demonstrieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%