US-Verteidigungsminister betroffen
Bericht: Chinesen spionieren Pentagon-Computer aus

Nicht nur die Bundesregierung steht offenbar auf der Liste chinesischer Hacker. Nach den Angriffen auf deutsche Regierungscomputer ist einem Medienbericht zufolge nun das Pentagon an der Reihe. Und dieses Mal waren die Daten-Spione offenbar erfolgreicher.

HB LONDON. Computerspezialisten des chinesischen Militärs sind nach einem Bericht der „Financial Times“ in das Computernetzwerk des US-Verteidigungsministeriums eingedrungen. Wie die britische Zeitung im Internet unter Berufung auf amerikanische Regierungsstellen berichtete, wurden bei dem Hacker-Angriff auch Teile des EDV-Systems im Büro von US-Verteidigungsminister Robert Gates zum Absturz gebracht. Bei internen Untersuchungen des Pentagon sei die chinesische Volksbefreiungsarmee als Ursprung der Attacke ermittelt worden, hieß es weiter.

Hacker-Angriffe auf Regierungsrechner waren auch Thema beim China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche. Dabei sagte Regierungschef Wen Jiabao der Kanzlerin die Zusammenarbeit im Kampf gegen Hacker-Angriffe mit Trojaner-Spähprogrammen zu. Zuvor war von umfangreichen Angriffen auch auf deutsche Regierungsrechner berichtet worden. Zu Vermutungen, dass die Volksbefreiungsarmee dahinterstecken könnte, äußerte sich Wen Jiabao nicht.

Der Zusammenbruch des Systems im Gates-Büro habe mehrere Tage gedauert, berichtete die „Financial Times“ weiter. „Die Volksbefreiungsarmee hat gezeigt, dass sie fähig ist, mit ihren Attacken unsere Systeme lahmzulegen (...) und dass sie sich in einer Konfliktsituation wieder einschalten und in großem Umfang stören kann“, sagte ein namentlich nicht genannter früherer Regierungsbeamter dem Blatt.

Die chinesische Regierung zeigte sich empört und sprach von einer „grundlosen Anschuldigung“. Die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, sagte vor der Presse in Peking: „Hacker sind ein internationales Problem und China selbst ist häufig ein Opfer.“ Die chinesische Regierung lehne solche illegalen Aktivitäten zur Störung von Computernetzwerken ab und sei zur Kooperation mit anderen Ländern im Kampf gegen Internetverbrechen bereit.

Die Vorwürfe, die in einem Bericht der „Financial Times“ erhoben worden waren, „demonstrieren ein Denken wie im Kalten Krieg“, sagte die Sprecherin. China und die USA pflegten heute eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Beziehungen der beiden Streitkräfte zeigten eine gute Entwicklung.

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