US-Verteidigungsminister demontiert die Rechtfertigungen für den Irak-Krieg
Rumsfeld: Keine Verbindung zwischen Saddam und Bin Laden

Die USA stehen nun offiziell ohne Rechtfertigung für den Irak-Krieg da. Denn Verteidigungsminister Rumsfeld bezweifelt, dass Saddam Hussein und Osama bin Laden zusammengearbeitet haben. Ex-Zivilverwalter Bremer warf dem Pentagon vor, im Irak nicht hart genug durchgegriffen zu haben.

HB NEW YORK/BAGDAD. „Meiner Kenntnis nach habe ich keinen starken, harten Beweis gesehen, der die beiden verbindet“, sagte Rumsfeld bei einem Auftritt am Montag in New York. Das berichtet der US- Nachrichtensender CNN. Damit rückt Rumsfeld von früheren Erklärungen in diesem Zusammenhang ab. Rumsfeld räumte auch ein, dass die Schlussfolgerungen der US-Geheimdienste „falsch“ gewesen seien, dass der Irak Massenvernichtungs-Waffen besessen habe. Warum die Nachrichtendienste falsch gelegen hätten, könne er nicht sagen. „Ich weiß es einfach nicht“, sagte Rumsfeld.

Die angebliche Verbindung zwischen dem früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein und dem Chef des Terrornetzwerks El Kaida Osama Bin Laden sowie der angebliche Besitz von Massenvernichtungswaffen waren von der Regierung von US-Präsident George W. Bush als Rechtfertigungen für den Irakkrieg genannt worden

Der frühere US-Zivilverwalter Paul Bremer steht zwar weiterhin hinter der Entscheidung der US-Regierung für den Irak-Krieg. Er hat dem Pentagon aber schwere strategische Fehler vorgeworfen. Es seien zu keiner Zeit genügend Bodentruppen in den Irak entsandt worden, erklärte Bremer nach einem Bericht der „Washington Post“. Außerdem sei es nicht gelungen, die Gewalt und Plünderungen nach dem Sturz Saddam Husseins zu unterbinden, sagte Bremer am Montagabend vor Versicherungsmanagern in White Sulphur Springs. „Dafür haben wir einen hohen Preis bezahlt, denn dadurch hat sich eine Atmosphäre der Rechtlosigkeit etabliert“, sagte er weiter. Bremer kehrte Ende Juni in die USA zurück, nachdem er die Souveränität an eine irakische Übergangsregierung zurückgegeben hatte.

Die US-Streitkräfte haben am späten Montagabend erneut Luftangriffe gegen Ziele in der Bagdader Armen-Vorstadt Sadr City geflogen. Wie der britische Fernsehsender BBC berichtete, seien auch Bodentruppen eingesetzt worden. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Am Montag waren bei drei Autobombenanschlägen im Irak mindestens 18 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Zahl der Toten in der nordirakischen Stadt Mossul ist allerdings nach unten korrigiert worden. Selbstmordattentäter rissen drei Passanten mit in den Tod, als ihr Fahrzeug offenbar vorzeitig nahe einer Schule detonierte. Neun weitere Menschen, darunter drei Kinder, seien verletzt worden, sagten Krankenhausärzte. Ursprünglich war von sieben Toten die Rede gewesen, darunter auch Kinder. Eigentliches Ziel war vermutlich ein US-Konvoi.

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