_

US-Verteidigungsminister: Deutsche Kampfjets sollen gegen Gaddafi fliegen

Die Nato ringt um faire Arbeitsteilung bei Libyen-Einsatz. Vor allem US-Verteidigungsminister Gates forderte Deutschland auf, auch einen Beitrag zu leisten.

"Deutschland sollte etwas machen", sagte US-Verteidigungsminister Gates. Quelle: dapd
"Deutschland sollte etwas machen", sagte US-Verteidigungsminister Gates. Quelle: dapd

BrüsselIn der Diskussion über die Beteiligung der Nato-Staaten am Militäreinsatz des Bündnisses in Libyen ist Deutschland unter Druck geraten. US-Verteidigungsminister Robert Gates habe Deutschland und Polen indirekt aufgefordert, eine Unterstützung des Einsatzes zu überdenken, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person am Rande des Verteidigungsministertreffens am Mittwoch in Brüssel.

Anzeige

„Deutschland sollte etwas machen“, sagte er nach Angaben aus amerikanischen Delegationskreisen auf dem Treffen. Konkret gehe es Gates um die Bereitstellung von Kampfjets für den Einsatz gegen das Regime Muammar al Gaddafis, verlautete es aus Diplomatenkreisen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen habe die bisher abseits stehenden Staaten aufgefordert, mitzumachen, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Gerard Longuet. Die Haltung der Bundesregierung sei dennoch unverändert, erklärte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere.

„Wir unterstützten die Ziele und die Maßnahmen der Nato. Wir sind in diesem Fall militärisch nicht dabei, dabei bleibt es.“ Doch Deutschland sei bereit, nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi Verantwortung beim Aufbau des Landes zu übernehmen.

Gates habe außerdem Spanien, der Türkei und den Niederlanden nahegelegt, ihr Engagement auszuweiten und an den Luftangriffen teilzunehmen. Es gehe nicht an, dass bei dem von allen 28 Staaten mitgetragenen Einsatz nur acht Staaten die Hauptlast schulterten, hieß es. Wer an dem Einsatz teilnehme und nicht alles tue, was er könne, solle dies ändern. Für diejenigen, die nicht dabei seien, sei es höchste Zeit, dies zu ändern.

Neben den USA forderte auch Großbritannien mehr Unterstützung von den Nato-Partnern. Bisher flogen Großbritannien und Frankreich den Großteil der mehr als 10.000 Lufteinsätze gegen die Streitkräfte von Machthaber Muammar Gaddafi. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen appellierte erneut an die anderen Länder, ihre Unterstützung zu verstärken und die militärischen Mittel flexibler einzusetzen. Der Einsatz soll mindestens bis Ende September mit aller notwendigen Intensität fortgesetzt werden. Einer Nato-Sprecherin zufolge signalisierten einige Staaten, mehr tun zu wollen. Doch feste Zusagen habe es nicht gegeben, sagte ein Nato-Diplomat.

Die Position der Bundesregierung zum Libyen-Einsatz sei unverändert, unterstrich Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt. "Ich habe großes Verständnis, dass in diesen Ländern schon aufgrund der Länge der Operation eine gewisse Anspannung besteht und die Hoffnung, dass die Operation bald zu Ende ist", ergänzte er mit Blick auf Großbritannien und Frankreich. Doch Deutschland leiste in Afghanistan und bei der Anti-Piraten-Mission Atalanta bereits einen erheblichen Beitrag.

  • 09.06.2011, 11:14 UhrAnonymer Benutzer: Che

    "Bonjour"
    Shalom i Spiritui Sancto Vatikan,Got Bless the USA,Frankreich,Großbritannien,Italy.
    Vom Schizoiden,Schwulen,Viren,Poison-gas,Gestapo-Sekten-Antonym betroffen:Ehre denen welche Staatliche Verfolgung Gnadenlos Bekämpfen,wo auch immer sie Stattfindet!!!

  • 08.06.2011, 21:37 UhrAnonymer Benutzer: touspourun

    Zunächst Mal: bravo margritt. Es wird Zeit, dass wieder Millionen auf die Straße gehen für den FRIEDEN und gegen diesen UNSINN! Hey Andreas. Wenn Du die Forderung der USA so toll findest dann pack Deine Sachen und stell Dich zum Dienst bereit. Neben Disneyland gibt es sicher auch Green Cards zu verlosen für naive wie Dich. Die USA sind schon lange nicht mehr Anhänger von Freiheit und Gerechtigkeit. Es ist ein Imperium auf dem Sterbebett mit dem Potenzial uns alle in ein drittes Weltkrieg zu führen. Wer hat zwei Atombomben vor 66 Jahren abgeworfen? Die Gleichen die uns die Massenvernichtungswaffen Mär in Irak verkauft haben. Wenn Broccoli Rohstoff Nummer in Irak wäre hätte es kein US Einmarsch dort gegeben. Gleiches gilt für die NATO in Libyen. Das schwarze Gold ruft, und Sie wollen es!

  • 08.06.2011, 21:30 Uhrmargrit117888

    Nun wissen wir doch, warum die FDJ-Trulla die Friedensmedaille bekommen hat, was ja per se schon Wahnsinn war.
    Man muß nicht alles mitmachen, unter Freunden kann man auch mal NEIN agen.
    Aber Merkel ist so kriegsgeil, die macht das mit.
    Die wäre damals ja am liebsten auch mit in den Irak gegangen.
    Wo ist denn unsere Friedensbewegung? Schlafen die?
    Es wird Zeit, dass wieder Millionen auf die Straße gehen gegen solchen Unsinn.
    Und Geld brauchen die in Libyien schon gar nicht von uns, was Merkel da schon wieder sagt.
    Das ist ein reiches Land

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Umfragewerte: Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Ganze drei Prozent verliert die Union in einer aktuellen Umfrage. Mit nur 32 Prozent Zustimmung muss Merkels Partei sogar aufpassen, nicht von der SPD eingeholt zu werden. Doch aus der Partei kommen optimistische Töne.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International